Aus dem Archiv
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nachtreim
schau dort in dunkler nacht
welch wundervolles leuchten
es ist ganz herrlich kühn gebogen
und schief ists angebracht
es wandert durch die räume
und bleibt nicht was es ist
nein: ab und zu nimmts ab und zu
ist stets ein quell für träume
heut sichelts eine wiege
ich mach drauf einen reim
und meine dass der mann im mond
bequem des nachts drauf liege
kleine fragerei (9)
was ist
der tod für dich?
ist es die
abwesenheit alles
lebendigen?
ist es ein abschluss
oder doch nur
eine unterbrechung?
was beendet er
und für wen?
was kommt dann?
meinst du du kannst
mit dem tod umgehen?
mit dem anderer
und mit dem eigenen?
ignorierst du ihn
wie den lästigen
schwätzer neben dir
in der bahn?
und was ist mit den
unzähligen toden,
jeden tag?
wissen wir davon mehr
als von den unzähligen
leben?
Hans hat dies geteilt.
kleine fragerei (8)
was trägst du
da auf deiner haut?
gewebtes oder
gewirktes?
leinen oder
polyester?
narben und
schrunden?
schweiß, schmutz
oder gänsehaut?
pragmatismus
oder status?
und unter
deiner haut, was
trägst du da?
das erinnern an
eine berührung?
oder ist es schmerz?
trägst du deine haut
zu markte?
und wenn, was ist
sie wert?
was ist sie
dir wert?
was ist sie
dir wert?
abendweg im november
wie eisig sich der abendhimmel heuer rötet
man möchte immerzu in seine lüfte starren
nur wenig blätter sinds die im geäst verharren
wie zur erinnerung an den sommer festgelötet
die wärme fehlt sowohl dem licht als auch den winden
gesichter tragen ihren atem wie standarten
ein pelz aus eiskristallen wächst auf weg und garten
der mensch hüllt sich zum schutz in dicke warme rinden
den kahlen bäumen blühen abends wieder krähen
es scheint als wenn sie nachts die kahlen äste wärmen
und morgens fliegen sie dann fort in ihren schwärmen
wie laub im herbst, im kalten morgenrot zu sehen
In today's picture: Corvus macrorhynchos (known as large-billed crow). #CORVUSPHERE #CorvusMacrorhynchos #LargeBilledCrow

stachelvieh mag das.
teilten dies erneut
kleine fragerei (7)
was ist
nahrung für dich?
was bedeutet dir essen?
wann isst du und
warum?
was isst du?
ist man wirklich
was man isst?
wie beschaffst du dir
deine nahrung?
und wie wird daraus
essen?
bist du gourmand
oder gourmet?
kennst du das, wenn man
auf etwas herumkaut?
wirst du immer satt?
und hast du es
vielleicht manchmal
auch satt?
stachelvieh hat dies geteilt.
kleine fragerei (6)
was hältst du
von lügen?
merkst du wenn
du belogen wirst?
belügst du dich
selbst zuweilen?
was macht das
mit dir?
und lügst du
manchmal selbst?
kleine schummeleien?
wann lügst du und
warum?
wie wahr sind
jetzt gerade
deine antworten?
kleine fragerei (5)
wie
definierst du
grenzen?
was fällt dir dazu
als erstes ein?
kennst du
meine grenzen?
und kennst du
deine?
was müsste man
dir bieten dass
du sie überschreitest?
und wieviel
würdest du dir
bieten lassen?
weißt du das?
kleine fragerei (4)
welche fragen
stellst du dir?
was fragst du dich
lieber nicht?
was willst du
von mir wissen?
was über die welt?
welche fragen
schmerzen dich?
und welche frage
könnte dich noch
überraschen?
kein abschied
u. geht ins hospiz
nun also
nun ist es
soweit
dass du
deine höhle
verlassen musst
doch heute
heute feiern
wir dein sein
wir feiern dich
feuchten blickes
der traurigkeit
und freude
zugleich
kleine fragerei (3)
was
wünschst du
dir?
und geht
in erfüllung
was du dir
wünschst?
soll es das
denn?
kennst du
das gefühl
genug zu bekommen?
oder bekommst du
nie genug?
und hast du davon
nicht längst
genug?
vom tage
immerhin
aurora zeigte sich
im morgenblauen
abends dann bleibt
der vorhang zum all
verschlossen
funkellos
Brainworms, wir sind Viele! hat dies geteilt.
haiku No. 492
ein tag in wolken
der blick durch nacktes geäst
die füße im laub
irgendwo
auf dem weg
allein unterwegs
niemand der
vielleicht blickte
vielleicht nickte
vielleicht einen gruß
kurz schickte
drumherum nur
gegend und pfad
und keine ahnung
ob gewunden ob grad
dieser führte zum ziel
niemend zu fragen
um rat, um zu sagen
wohin man denn
will...
kleine fragerei (2)
was
ist leben?
wie
ist leben?
wo ist sein
anfang und wo
sein ende?
was ist
ein leben?
und wem
gehört es?
und merkt einer
dass er lebt?
und was ist
mein leben?
wie
solte es sein?
und lebe ich
es schon?
kleine fragerei
wieviele fragen
kann man stellen?
warum stehen
einige von ihnen
im raum?
und wer hat sie
dorthin gestellt?
und liegen denn
manchmal auch
welche?
fragen manche
erwachsenen
so selten
weil sie als
kinder ihre fragen
schon aufbrauchten?
darf man das
fragen?
der zufall, wenn wir ganz akribisch planen
tritt ein, um alle müh zu unterlaufen
krümmt laufbahnen von grad zu wilden schlaufen
man wundert sich, dass wir davon nichts ahnen
der zufall, wenn wir ganz akribisch planen
insp. by @robotgernhardt
stachelvieh mag das.
teilten dies erneut
im rückblick
die gedanken
flogen aus
abends
in der dunkelheit
und sie brachten
momente des tages
zurück
kurze momente
des glücks
eines erwidernden
lächelns
eines freundlichen
wortes
eines sonnenstrahls
im gewölk
und am frühen abend
ein großes mondsilber
irgendwie, dachte sie,
irgendwie war er
doch schön
der tag
vom heimweg
in einem see
aus wolkenmilch
rund und prall
der mond
das bad genießend
zurückgelehnt
schiebt ab und zu
ein schäumchen
von seiner nase
und putzt sein
zartes silber
ich senke
den blick und
eile diskret
heimwärts
es ist seine
stunde
so war das
als sie
sich noch
verliebte
zehnmal am tag
oder mehr
in einen blick
eine geste
eine begegnung
ein gespräch
als sie
sich noch
verlieben konnte
immer wieder
in menschen
in den einen
menschen
war es weil
sie sich
geliebt fühlte
von sich
selbst
Brainworms, wir sind Viele! hat dies geteilt.
november
die tage werden kalt und still
bei mir zog der november ein
auch der kalender magert ab
das jahr wird bald geschichte sein
bei mir zog der november ein
fast unauffällig gibt er sich
das jahr wird bald geschichte sein
er raklamiert das auch für sich
fast unauffällig gibt er sich
hüllt sich gern ein in nebelgrau
er raklamiert das auch für sich
man kennt ihn deshalb nicht genau
hüllt sich gern ein in nebelgau
die sonne hat ein schweres spiel
man kennt ihn deshalb nicht genau
nicht aufzufallen ist sein ziel
die sonne hat ein schweres spiel
bäume die nackt und blattlos sind
nicht aufzufallen ist sein ziel
wer es bemerkt den treibt der wind
bäume die nackt und blattlos sind
auch der kalender magert ab
wer es bemerkt den treibt der wind
die tage werden kalt und still
stachelvieh.de/2025/11/02/nove…
sturm
wenn alles
durch die hände
zu gleiten scheint
wie laufendes gut
beim halsen in
einer sturmsee
beißt man
der schmerz weg
und die kälte
kneift die augen
in den brechern
und hält fest
an dem was man
greifen kann
Abgang
die freude war dann ausgegangen
sie bräuchte einmal von mir frei
hat ihr kostüm fein aufgehangen
wo es hinge bis zurück sie sei
nun sitze ich in meinem zimmer
und denke ob des vorfalls nach
sinnier und habe keinen schimmer
worans der freude wohl gebrach
als ob sie oft im stress gewesen
denke ich mit und ich brumme laut
da blieb viel zeit zum warten, lesen...
nein, eher ist es wohl bore out
da sitz ich nun, im trüb gefangen
die zeit vergeht mit dunklem ton
die freude ist mir ausgegangen
das war vor vielen jahren schon
beginn eines abschieds
nun gleicht sie
den lindenblättern
in ihrem herbst
die den farbton
ihres sommers
verloren und ihre
lebendige größe
wie klein sie
nun ist und blass
wie zerbrechlich
im umarmen wohnt
immer die angst
sie zu zerdrücken
Captain, it's a blog post:
buddenbohm-und-soehne.de/2025/…
Zwischen Captain Haddock, Schubert und Adorno - Buddenbohm & Söhne
Während ich noch über das Immerhin des Tages nachdenke, denn es gibt Tage, da braucht man dafür etwas länger, muss etwas gründlicher suchen und zweifelt manchmal gar, ob überhaupt eines zu finden sei, lese ich noch eben dies und das in der Wikipedia …Maximilian Buddenbohm (Buddenbohm & Söhne)
stachelvieh hat dies geteilt.
ende oktober
glatzköpfige
alleebäume in
bunten teppichen
aus laub
im tagesgrau
werden gesichter
immer blasser
die teppiche
aber bräunen
bar jeglichen
sonnenstrahls
teilten dies erneut
Brainworms, wir sind Viele!
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