Ich weiß ja nicht, was ich von manchen Fedibewohner:innen halten soll, die anderen am liebsten mit Lineal und Stoppuhr vorschreiben möchten, wie lang ihre Posts gefälligst zu sein haben. Das Fediverse ist doch schon lange kein Mikro-Blog-Fediverse mehr. War es das überhaupt jemals so richtig? 🤔

Aus Gründen (aka: es flammt halt immer wieder auf), greife ich das Thema mal wieder auf, weil sich zuverlässig irgendwo darüber beschwert wird, dass Posts zu lang seien. Liebe Leute, soweit ich weiß, ist Mastodon so ziemlich die einzige größere Plattform im Fediverse mit einer vergleichswei, nennen wir es liebevoll "überschaubaren Zeichenbegrenzung".

Es gibt genügend Instanzen mit 5.000 Zeichen oder mehr. Meine zum Beispiel hat 8.000, weil ich manchmal Dinge ausformuliere. Sharkeyund alle ähnlichen können das auch, Friendica sowieso, ganz sicher habe ich noch so einige vergessen.

Was genau ist eigentlich diese große Liebe zu oft erstaunlich inhaltsarmen Kurzposts? Ist da noch zu viel Twitter in der Blutbahn? Ein bisschen algorithmisches Trauma? "Ein Gedanke, aber bitte nur halb und ohne Kontext"? Oder gar ein falscher Client auf dem Phone der lange Posts nicht kürzt? Klar, knackig kann schön sein, aber nicht alles passt in einen Glückskeks.

Ich schreibe, wenn ich aktiver hier bin, gerne mal lange Posts. Und natürlich, ihr dürft mich deswegen jederzeit entfolgen. Wirklich. Niemand muss sich Inhalte reinziehen, die sie*er nicht lesen will. Das ist ja gerade der Charme hier. Aber dieses passive-aggressive Shitposten mit drohendem Unterton à la "Schreibt keine langen Posts, sonst entfolge und blocke ich euch!!1!“, na ja. Das fühlt sich weniger nach Fediverse und mehr nach selbsternanntem Ordnungshüter mit Sheriffstern aus Pappe an.

Also, ihr lieben Fediwesen 🖤
Wenn ihr lange oder längere Texte schreiben wollt, macht es. Nutzt den Platz, den eure Plattform euch gibt. Erzählt Geschichten, holt aus, denkt laut, seid ausführlich. Lasst euch nicht einschüchtern, nur weil ein paar selbsternannte Content-Sheriffs glauben, sie müssten das Fediverse zur Kurznachrichten-Zone erklären.

Wer kurze Posts will, kann sie lesen.
Wer lange Posts will, kann sie schreiben.
Und wer beides nicht aushält, hat immer noch den Entfolgen-Button ✨

#Fediverse #LangePosts

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Als Antwort auf Sky

Das Fediverse war nie ein Kurznachrichten Netzerwerk, auch wenn es wirklich einige "Ex"Twitter user gibt, die meinen, das hier her übertragem zu müssen, weil ihr Horizont mit dem Fediverse nicht klar kommt.

Danke, der Text war mal überfällig.

Wir sind hier im Fediverse und nicht auf Twitter/X und das ist gut so.

Als Antwort auf Sky

diese "Wir sind das Fediverse"-Regeln gehen mir grundsätzlich gegen den Strich. Letzten Endes könnte ich hier Fußbilder ohne CW teilen bis zum Morgengrauen. Wer will mich davon abhalten? Mein Admin?

Andere Instanzen können mich blocken, thats it, aber genau genommen kann ich hier walten wie ich will.

Ich würde eher sagen, dass Regeln hier keinen Platz haben. Solange Leuten gefällt was du schreibst, gibts Publikum, die dein Zeug verfolgen und selbst wenn es Fußbilder sind 🤭

Als Antwort auf Sky

Ich muss sagen ich bin da auch zwiegespalten.
Ich lese gerne auch mal längere Posts auf der einen Seite. Auf der anderen stört es mich aber auch wenn ich z. B. etwas in der Timeline suche und dann erstmal 2 Minuten über einen 10.000 Zeichen Post scrolle.

Will sagen es gibt halt schon Extremfälle die Accounts habe ich dann halt gemuted auch wenns schade ist.

Ich mag ja lange Threads aber ein Kompromiss wäre das man einfach einen "kurzen" Opener macht, gefolgt vom langen Post.

Als Antwort auf ☢️ Waschbär ☢️

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@Kmachel
Bei mir wird es so angezeigt. Ansonsten würde ich einfach die Kandidaten auf eine Liste „Lange Beiträge“ setzen, die nicht in der Timeline angezeigt wird und diese Liste in Ruhe zu Hause am Computer lesen.
Als Antwort auf Sky

Die längsten Posts im Fediverse drehen sich immer um das Thema, dass man längere Posts schreiben kann. Überflüssiger geht es oft kaum. Zur Genüge bedienen sich auch Leute mit „mehr Zeichen“ auch häufig dem Kurznachrichtenformat.

>Was genau ist eigentlich diese große Liebe zu oft erstaunlich inhaltsarmen Kurzposts?

Manchmal frage ich mich eher, woher die Liebe kommt, lange Posts mit einem Maximum an Redundanz zu erzeugen. Da sind selbst kurze Shitposts inhaltsreicher.

Viel interessanter wäre die Frage, ob der Interaktionscharakter des Fediverse überhaupt etwas mit einem Blog zu tun hat.

Man könnte übrigens auch, nicht ganz ernst gemeint, kontern, dass du das Internet nicht verstanden hättest, denn man könnte auch einfach schreiben „tl;dr“. Damit wurde üblicherweise der Hang zur wortreichen Leere im Internet beantwortet.

Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (3 Tage her)