Werke der Weltliteratur in einfacher Sprache: Was sagt ihr? 3sat.de/kultur/kulturzeit/einf…

#EinfacheSprache #Klassiker #Literatur #Goethe

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Als Antwort auf scops

@scops
An sich lege ich auch viel Wert auf gute Sprache und bin durchaus dafür, die sprachliche Bildung entsprechend voranzutreiben.
Andererseits finde ich, gerade für Leute, die erst recht frisch Deutsch lernen oder eben keine Chance auf ordentliche Bildung hatten, sollten die Inhalte trotzdem verfügbar gemacht werden.
Ich selbst kann "einfache Sprache" nicht lesen, da macht mein Hirn nicht mit. Andere brauchen das. Also warum nicht?
@3sat
Als Antwort auf Sascha Raubal – Autor

@Sascha_Raubal
Naja, begleitende Texte (Kommentierung, Sekundärliteratur) ist auch völlig legitim, mMn. Es (explizit Versionen in einfacher Sprache) darf die originale aber nicht in der Schule bzw. breiter öffentlicher Wahrnehmung ersetzen.

Und dito, bei "einfacher Sprache" krampft bei mir was ...
@3sat

Als Antwort auf scops

@scops
Selbstverständlich gehört das nicht in die Schule, wenn die Schüler in einem Alter und auf einem Sprachniveau sind, daß sie die Originale verstehen müßten. Dann ist es wichtig, das Sprachempfinden zu trainieren.
Heute ist da durch SoMe eh schon viel versaut, scheint mir.
Aber um eben Inhalte auch Leuten mit schlechten Deutschkenntnissen oder verminderter Auffassungsgabe oder so zu erschließen, ist das m.E. schon sinnvoll.
@3sat
Als Antwort auf scops

@scops @Sascha_Raubal Im Grunde immer positiv. Da es ja wohl nicht darum geht, Originale zu ersetzen, sondern Menschen ans Lesen heranzuführen. Wir lasen Goethes Iphigenie mit 12: Damit verschreckte man außer Literaturfreaks (ich) so gut wie alle. Und ich las es zwar, verstand aber (natürlich!) rein gar nichts (ohne es einzugestehen). Ähnlich wie bei diesen populären Philosophieeinführungen: Nein, damit ist man noch kein Kant-Experte. Aber vielleicht wird das Interesse geweckt.
Als Antwort auf scops

@scops Das Original soll ja nicht ersetzt werden, sondern es ist ein Zusatzangebot, z. B. für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten. Du würdest doch sicher auch nichts dagegen haben, wenn Weltliteratur für Sehbehinderte in Braille-Schrift veröffentlicht wird. Je mehr Menschen Zugang zu guter Literatur bekommen, umso besser. Es ist selbst im besten Schulsystem nicht möglich, alle Menschen gleichermaßen zu befähigen.
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (Samstag, 10. Oktober 2026, 10:27)
Als Antwort auf scops

@scops @hjes
Das bedeutet aber letzten Endes, das Kinder, die einen Originaltext nicht rezipieren können, erheblich mehr für ihre Teilhabe arbeiten müssen. Es ist die Aufgabe der Gesellschaft Teilhabe zu ermöglichen, nicht die Aufgabe der Betroffenen ihre Teilhabe nach Vorstellung der Gesellschaft selbstständig zu organisieren.
Als Antwort auf Sibelius Ginsterberg

@bollino313
Wie ich sagte, genau da, in die Befähigung, dass die Kinder daran Teilhaben können, muss investiert werden. Wir als Gesellschaft und die Kinder auch ganz direkt brauchen u.a. einen gute Ausbildungsapperat. Dabei ist es egal, ob es um gehobene Literarur geht, Mathe, Naturwissenschaften oder einfach z.b. soziale Kompetenzen und ein Umfeld in dem sich die Kinder wohl fühlen. Alles andere ist oft nur die nächste Schicht Panzertape.
@hjes @3sat
Als Antwort auf scops

@scops @hjes Manchmal reicht vorentlasten etc. aber nicht. Auch Kinder, die nie in der Lage sein werden komplexe Sätze verstehen zu können haben ein Recht sich mit dem Inhalt von Klassikern zu befassen. Die Übersetzung der Ilias, die ich als Kind gelesen habe, dürfte aus altphilologischer Sicht furchtbar gewesen sein. Hat trotzdem erheblich zu meiner Bildung beigetragen.
Als Antwort auf 3sat

Definitiv ja!
Je länger ich mich mit mentalen Unterschieden, sozialen Herkünften und mit Neurodivergenz beschäftige, desto mehr merke ich, wie wichtig es ist, unterschiedliche Ausdrucksformen, Formate, Erkläransätze etc. zu fördern, damit wir alle die Variante finden können, die am besten zu uns passt.

Es fängt ja schon weit unterhalb der Weltliteratur an: Bei Montageanleitungen für Gartenwerkzeuge bin ich (als formal „hochgebildete“ Person) manchmal froh, Videos im Netz zu finden.

Als Antwort auf 3sat

So sehr ich die Idee von einfacher Sprache unterstütze, frage ich mich, wie das konkret in der Umsetzung aussehen würde. Ich sage nicht, dass jeder Schachtelsatz von Heinrich von Kleist für das Verständnis von Michael Kohlhaas notwendig sind (wohl aber für das künstlerische Gesamtbild des Werkes), aber dennoch ist das eine größere Herausforderung als das erst einmal erscheinen muss. Das ist keine Bedienungsanleitung, bei der man mal eben eine Stichpunktliste 1:1 übersetzt.

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Als Antwort auf Zuri (he/him) ❌️👑 | 🕐 CET

Ich weiß, wie schwierig es allein ist, Texte in andere Sprache zu übersetzen: Da gibt es den ständigen Spagat dazwischen, den Grundgedanken des*der Autor*in zu erhalten und gleichzeitig in der jeweiligen Sprache die Idee passend wiederzugeben. Ich sage auch nicht, dass das Unterfangen unmöglich ist. Aber es ist nicht einfach und sollte nicht unterschätzt werden.

2/

Als Antwort auf Zuri (he/him) ❌️👑 | 🕐 CET

Einfacher sind da wahrscheinlich Lektürehilfen oder Zusammenfassungen in einfacher Sprache. Es bringt ja am Ende nicht wirklich was, zu sagen, man habe Goethe gelesen, aber dabei hat man nur eine Art Zusammenfassung präsentiert bekommen, die zwar die einzelnen story beats auflistet, aber man nicht das Gefühl vermittelt bekommt, welches Goethe in seinem Werk zu vermitteln vermochte. Wenn jemand das beim Übertragen in einfache Sprache hinbekommt, dann chapeau.

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