abendlied im vollmond

der mond hängt im geäst der linde
er hat sein silber frisch poliert
ich schaue hoch und freu mich leise
wie er die dämmerung verziert

er hat sich jeden tag gerundet
jetzt sieht er wie ein taler aus
längst ist er höher schon gestiegen
er patroulliert nun überm haus

wie hab ich in den grauen nächten
mondes unsichtbarkeit verflucht
spähte so manches mal durchs fenster
hab ihn vermisst. nach ihm gesucht

mir ist der mond treuer gefährte
er urteilt nicht, was ich auch tu
und stets wenn ich ihn sehe, mein ich
er zwinkert mir verstohlen zu

wenn ich ihn dort so blinken sehe
mein ich dass leis ein knistern tönt
vielleicht ists auch nur meine sehnsucht
die so mir meine träume schönt

noch immer schau ich in die höhe
der mond glänzt silbrig. das ist schön
ich nick ihm zu, merk, dass ich friere
und werde nun nach hause gehn

stachelvieh.de/2026/03/02/aben…

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