hospiz

schaue ich sie an
sehe ich ein leben
sehe die mühsal des
erwachsenwerdens
bar aller wurzeln
freudige momente auch
sehe ich augen die
wach in die welt blicken
wissbegierig und hell
ich sehe die frau
mit ihren kindern
ihrer katze dann später
ihre kleine wohnung
oft mit besuchern gefüllt
sehe ihre geradlinigkeit
ihre herzlichkeit
ihre verletzlichkeit
die zeit als sie nur
durch klinikschläuche lebte
als sie mehr und mehr
zu verschwinden drohte
all das sehe ich
in ihrem kleinen gesicht
mit dem müden blick

stachelvieh.de/2026/02/09/hosp…

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Eisregen in #Zwenkau am See

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selbstbestärkung

und wenn mir auch
die worte fehlen
mir bleiben die gedanken
ich spreche sie nicht aus
dann bin ich still
will nicht erzählen
lass in mir sätze ranken
die stille halt ich aus

auch wenn du mich
so forsch betrachtest
ich bleib in meinem innen
tret nicht aus mir heraus
und selbst wenn du
mich nicht beachtest
möchte ich weiter sinnen
die stille halt ich aus

stachelvieh.de/2026/02/05/selb…

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Südzipfel vom See #Zwenkau. Er friert langsam zu.
Im Hintergrund der neue Stadtteil.

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personenbeschreibung

planet auf
unberechenbarer bahn
durch die eigne galaxie
zuweilen gefangen
in anderer objekte
schwerkraft
oder weitab dem
einfluss seines
sterns entzogen
häufiger auf der
schattenseite
im licht deshalb
geblendet
einsam oft trudelnd
und narbig von
den begegnungen
mit asteroiden
die viel zu nahe
kamen

stachelvieh.de/2026/01/31/pers…

gedanken am abend

schau hinauf
du siehst nicht weit
was du himmel nennst
geht viel tiefer
so wie heute die wolken
verstellt oft vieles
unseren blick
schau hinauf
du siehst nicht alles
heute nicht die sterne
und auch nicht den
zunehmenden mond

stachelvieh.de/2026/01/27/geda…

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vom tage

als ich heut nach draußen ging
warm verpackt im grauen dämmern
weil verfilzte wolkenwatte
dunkelnd vor der sonne hing
luchste ich in jeden garten
ob denn nicht schon grüne spitzen
zwischen grauen krumen blitzen
nichts zu sehn. ist ja auch klar
wir haben ja noch januar!
muss wohl noch ein wenig warten...

stachelvieh.de/2026/01/25/vom-…

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Zur Nacht

Unterschlupf suchen
im Gedicht
Platz ist genug
für obdachlose Zeilen

Worte anhäufen
aus Blättern, Gras, Zweigen
Refugien erschaffen
und Höhlen aus Stille

Baumkronendächer
über Flüsterräumen ausbreiten
Zelt oder Tarnung
jeder findet hier Schutz
Mietzins ein Lächeln
über Regen und Wind

Platz ist genug
für flüchtige Worte

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