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Ein weiterer fataler Aspekt:
Menschen, die 20 Jahre oder jünger sind, erinnern eine hervorragende Qualität der Bahn genausowenig wie sie die Autodominanz hinterfragen.

Es fühlt sich wie ein Naturzustand an, dabei ist er menschgemacht und könnte entsprechend auch wieder verbessert werden.

teilten dies erneut

Als Antwort auf Chris 🤩 Reinbothe

@phneutral @Zugfreundin
Mit ziemlicher Sicherheit bei mir. Und ich poste es wieder und wieder. Seit Jahren.
Wut frisst dich auf. Sie zerstört dich selbst. Sie ist nicht zielgerichtet.
Wohingegen Zorn alle geistigen Kräfte auf Hochtouren bringt um ihn ohne Umwege zum Ziel zu bringen.
Zorn. Wir brauchen Zorn.

mastodon.social/@RitaWerner/11…

Als Antwort auf Katja Diehl

ich erinnere mich noch an die Freude über die ersten ICE.
Irgendwann gab es da auch Fernseher, wie im Flugzeug.
Für meine Kinder ist ICE eher wie Bus fahren. Aber dass die Züge so oft noch irgendwo hielten, das kennen wir kaum, weil wir ehrlicherweise viel seltener im Regionalverkehr unterwegs sind. Da ist es eher sehr über füllt und unangenehm.
War der Regio besser? Umsteigen in Kassel Hbf hatte noch das Karikaturen Museum.
Als Antwort auf Katja Diehl

Mein Vater war Lokführer und hat die Zeit der Privatisierung mitbekommen. Als meine Mutter erkrankte, hat er den goldenen Handschlag mitgenommen, mit dem die Bahn die verbeamteten Lokführer loswerden wollte.

Er brachte die Privatisierung auf den Punkt: Vorher haben wir alle miteinander gearbeitet, danach alle gegeneinander.

Es hat ihn bis zuletzt beschämt, in welchem Zustand die Bahn war und welch sehenden Auges Sachen abgeschafft wurden, die vorher für die sprichwörtliche Zuverlässigkeit notwendig waren. Werterhaltende Wartung, Pflege von Maschinen, Streckenbegehungen und Weichenpflege. Etwas Instandhalten BEVOR es kaputtgeht.

Und er hat klar erkannt, dass es schlicht am politischen Willen gefehlt hat, eine gute, zuverlässige Bahn zu haben.

Als Antwort auf Michael Keukert 💉

@technozid meiner auch, Eisenbahner mit Leib und Seele. Von Gleisbau über rangieren und Fahrdienstleiter zur Gepäck und Fahrkartenschalter bis zuletzt Vorsteher und Kasse. Der hat immer gewettet wenn wieder Meldungen über angebliche " Verbesserungen" oder Einsparungen kamen. Die Bahn ist mit Vorsatz kaputt gespart worden und das war definitiv politischer Wille.
Als Antwort auf Michael Keukert 💉

@technozid Die DB hat mit der Privatisierung einen Börsengang angestrebt, damit musste alles weg, was Kosten verursacht, auch wenn die Einsparung mittel- und langfristig die Kosten wieder hochtreibt bzw. die Gewinne schmälert. "Die Braut aufhübschen" war der Plan.

Die schöne Baureihe 103 wurde z.B. auf Verschleiß gefahren, damit die Wartungskosten sinken. Die weitau höheren Kosten für die Ersatzbeschaffungen fallen ja erst nach Börsengang an, wenn die Aktionäre in die Falle getappt sind.

Lokführer wurden nicht mehr verbeamtet, durften daher nun streiken, Hoppla, auf ein Mal haben wir Zugausfälle durch Streiks, wer hätte das gedacht?

Die Ausbildung/Berechtigung, welche Loks sie fahren durften, wurde auf die Loktypen eingeschränkt, die zum jeweiligen Geschäftsbereich gehören. Früher hattest Du eine Personalreserve mit Lokführern, die quasi von Güterzuglok bis ICE alles fahren konnten. Heute brauchst Du dafür mehrere Lokführer in der Reserve, weil der eine halt nur noch Güterzugloks fahren kann, Dir aber gerade ein ICE-Lokführer eine AU in die Mail geworfen hat, usw.

Außerdem heißt (bzw. hieß - mittlerweile sind erste Anzeichen einer Trendwende zu sehen) es bei neuen Fahrzeugen nun "reift beim Kunden". DB zahlt vollen Preis, bemängelt Fehler im Betrieb, und darf dann womöglich auch noch die Nachbesserung zahlen. Wer später kauft (Ausland), bekommt dann funktionierende Technik ab Werk - siehe die Siemens-Velaro-Baureihe für Spanien, das sind im Prinzip ICE3, aber mit Klimaanlage, die von eiskalt bis widerlich warm mit allem klarkommt, was man ihr vorsetzt, anstatt bei ersten Anzeichen sommerlicher Temperaturen auf Störung zu gehen. Früher gab's vor erfolgreichem Praxiseinsatz kein Geld für die Hersteller.

Manager wurden von extern geholt, ohne jegliches Bahn-Fachwissen. Die sich dann mit Yes-Men umgeben. Im Idealfall hätte man dagegen ab der mittleren Führungsebene aufwärts eine Führung, die zumindest zu 2/3 aus "Eigengewächsen" mit Betriebsdienstkenntnis besteht und die Karriereleiter innerhalb des DB-Konzerns hochgeklettert ist. Bei jeder popeligen Stellenausschreibung findet man Formulierungen wie "Mindestens X Jahre Erfahrung als Y/mit Z", aber wo ist die Ausschreibung für einen Managerposten bei der DB, die mindestens 15 Jahre Betriebsdienst als Einstellungsvoraussetzung nennt?

Ceterum censeo: ÖPNV ist Infrastruktur gleichzusetzen und gehört in öffentliche Hand. Weil er eh nur defizitär und daher bezuschusst zu betreiben ist. Pro-Kopf-Umlage und daraus subventionieren, und das Geld in vernünftige Maßnahmen investieren statt nur Flickschusterei und Managergehälter.

/rant

Als Antwort auf Stefan Baur 8 * 💉

Und all das, mit allen Konsequenzen, wusste man im Grunde längst vorher: Großbritannien hatte diesen Schwachsinn vorexerziert und man konnte sehen, welch enorme Kosten das verursachte (inklusive der verzweifelten Versuche, das alles wieder rückgängig zu machen). Wirtschaftlich dumm mit Anlauf. Selbstverständlich ist ÖPNV Infrastruktur und hat rein gar nichts in privaten Händen zu suchen.

#BeechingAxe

Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (23 Stunden her)
Als Antwort auf Stefan Baur 8 * 💉

Insbesondere der Abschnitt "Ergebnisse der Beeching-Axt" ist sehr instruktiv und lesenswert. Dort steht all das detailliert drin, was dann auch in Deutschland eingetreten ist.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass Sarazin doch Recht hatte (wenn auch auf gänzlich andere Weise wie vermutet): Deutschland schafft sich ab. Altmaiers Ruin der Solarindustrie, leistungsfeindl. Hartz4, privatisierte Krankenvers., jetzt Merz und Reiche.

de.wikipedia.org/wiki/Beeching…

Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (23 Stunden her)
Als Antwort auf Michael Keukert 💉

@technozid Kann ich nur bestätigen. Habe 1989 als Bundesbahner angefangen und wurde 1994 mit privatisiert. Nach der Wende hatte die Bahn durch Zusammenlegung von DB und DR über 650.000 Mitarbeiter:innen. Da wurde radikal ausgedünnt und ausgelagert. Natürlich war der Bahn-Apparat personell gut bestückt. Das erwarte ich aber auch von funktionierenden Infrastrukturunternehmen, die dem Bürger verpflichtet sind und meiner Meinung nach definitiv in staatlicher Hand bleiben müssen!
Als Antwort auf Katja Diehl

Wer ernsthaft darüber nachdenkt, dass Politik & WirtschaftsversteherInnen unsere #Bahn, als Teil einer Almende und damit Kontrapunkt von 45 Jahren neoliberal überhöhter #Ideologie, mit Vorsatz haben verrotten lassen,

➡️ um zu zeigen, dass #Almende nicht funktioniere &

➡️ um den Kauf von privaten #Kfz mit "Soft Power" alternativlos zu machen

muss wohl mit Verschwörungstheorie-Vorwürfen rechnen.

Für Hidden Agendas dieser Klasse bräuchten wir mehr Mut à la #Assange & #Snowden

Als Antwort auf Martin Ueding

@martin_ueding

Man müsste den Übertrag nach Deutschland schaffen und Belege finden, dass hier eine Strategie existiert(e).

Ein bisschen wie die Beweise, dass Exxon seit 50 Jahren die Konsequenzen des CO2-Ausstoßes, oder dass die Tabak-Industrie die Gesundheitsfolgen kannten - und dann subversiv gehandelt haben.

Für Deutschland gibt es Reportagen mit Indizien (z.B. fragwürdige Stellenbesetzungen bei der Bahn mit Kfz-Industrie-nahem Personal), aber iirc keine "smoking gun".

@SheDrivesMobility

Als Antwort auf Katja Diehl

Ist Nicht verständlich, warum die @db nach dem Schneesturm 2Tage benötigt den Regelbetrieb fort zu führen- Denn schließlich waren die Züge doch frühzeitig strategisch überall abgestellt- Ohne Auto auch Im echten Winter mobilisiert. Der Lokale ÖPNV @uestra_stoerungen inder @RegionHannover lief erst Sonntag langsam wider an. @dieniedersachsen #wahlen26 @bmv #TDV26
Als Antwort auf Katja Diehl

Die Rückschritt in der Wintertauglichkeit der deutschen Bahn seit den 80ern wurde vor kurzem im Deutschlandfunk gut zusammengefasst.
Fachleute und ausländische Bahnbetreiber kritisieren das auch schon länger.

deutschlandfunk.de/wintersturm…

Als Antwort auf nowhereman (nicht der andere!)

@Nowhereman
Ist ja nicht nur dort so. Ja, ich erinner mich an den Winter 78/79, der war auch hier im Ruhrgebiet krass. Aber unsere Straßenbahnlinie 18 kämpfte sich tapfer durch. Brauchte zwar für die Strecke zwischen 2 Haltestellen, die sonst ca 5 Minuten dauerte 30+ Minuten, aber der Fahrer kämpfte sich durch. Mit der Bahn ging das auch noch. Die heutigen werfen das Handtuch.
Als Antwort auf Elyastorah

@Elyastorah
Ich glaube, dass Straßenbahnen ein selbsterzeugtes technisches Problem haben.
Sie streuen beim Bremsen selbsttätig Sand in die Spur, um den Grip zu erhöhen.
Im Winter kann das Sand-Eis-Gemisch die Bahn zum entgleisen bringen.

Ich bin mir nicht sicher, glaube aber, dass die Wagen nicht mehr schwer genug sind und sich deshalb heutzutage diese Vorfälle häufen und deshalb Fahrten ausgesetzt werden.

Als Antwort auf nowhereman (nicht der andere!)

@Nowhereman Ich fand es auch symptomatisch, dass die #nordbahn auf einer Strecke im gar nicht so verschneiten Norden ne ganze Weile eingestellt hat - aber stattdessen Busse im SEV über die Bundesstraße fahren konnten.

Eine der vielen Varianten, wie man den Zustand des Schienenverkehrs illustrieren kann.

Als Antwort auf Willy_Wuff

@Willy_Wuff
Sie hatte auch Elloks wie die E 10 (110) im Plakat, die E 03 (103), sie hatte eine ganze Palette von Elloks - nur mit der Elektrifizierung der Strecken im Norden haperte es. Dazu die ganzen S-Bahnen mit ET-Triebzügen wie etwa die guten alten 420er der 1970er. Die ersten ETs im Nah- und Fernverkehr gab es schon in den 1930ern.
@SheDrivesMobility
Als Antwort auf Katja Diehl

Ich geh mittlerweile auf die 50 zu, und selbst ich erinnere mich nicht an sowas wie eine "hervorragende Qualität der Bahn".. wann soll die denn stattgefunden haben? Vorm Krieg? Selbst in den 80ern, also lange vor der Privatisierung, war die Bahn eine unzuverlässige Notlösung, aber kein ernstzunehmendes Verkehrsmittel. Damals war man nur noch nix besseres gewohnt, und konnte sich mangels Internet nicht so gut drüber austauschen/aufregen und mit anderen Ländern vergleichen.
Als Antwort auf WooShell

@WooShell
Mit 57½ habe ich vorwiegend positive Erinnerungen an die Bahn als früher zuverlässiges Transportmittel. Einzig die Bahnsteigkarte zu 50 Pfennig, die es brauchte, um den Bahnsteig zu betreten, fand ich nervig. Damals gab es auch noch Service an viel mehr Bahnhöfen (die vergessenen Toiletten am Bahnhof Elmshorn lassen wir mal außen vor). Man gab sein Gepack am Vorabend der Fahrt am Bahnhof ab und konnte es dann am Zielbahnhof wieder in Empfang nehmen. Es gab Warteräume und bei nahezu jedem Wetter fahrende Züge (gut, die Fahrt mit der von einer V 100 gezogenen Ansammlung von Silberlingen aka S 5 zwischen Pinneberg und Elmshorn war nicht komfortabel, aber der Zug fuhr wahrscheinlich schon von selbst die immer gleiche Strecke, quietschend und nicht ganz ohne Zugluft).
@SheDrivesMobility