in reply to Michael Keukert

Meine beiden Opas waren in der Wehrmacht und im Krieg. Einer von beiden war auch in der SS. Aber in der Familie kursiert bis heute eine nette Anekdote, warum äußere Umstände ihn dazu gezwungen hatten, in die SS einzutreten, obwohl er das gar nicht wollte. Ich bin mir seitdem sicher: In der SS waren nur ganz liebe Opis, die alle durch äußere Umstände da mitmachen mussten. Was für eine arme Generation!
in reply to Rasmus Fuhse

Eine ähnliche Anekdote gab es auch in der Familie meiner Frau. Interessanterweise ist ihr Opa mehrfach in der Kartei (identischer Geburtsort, Geburtstag und Name), einmal 1937, und einmal sogar 1933. Die Familienlegende sagt „ganz spät, und nur auf Druck“. Nunja. Selbst 1937 war nicht „ganz spät“.
in reply to Michael Keukert

Der Zeit-Artikel beleuchtet das mit Beispiel eigentlich sehr anschaulich. 1933 gab es viele Opportunisten, die sich wirtschaftliche Boni versprachen. Das waren so viele, dass Neumitgliederanträge zuerst ausgesetzt und danach auf HJ und andere Organisationen begrenzt waren. Später gab es dann vereinzelt Phasen, wo auch andere aufgenommen worden sind.
Aber ob Opportunist oder nicht: Alle Mitglieder der NSDAP haben den Machtapparat am Laufen gehalten.