Die Kollegin erzählt begeistert vom kochen und wie sie die ganze Zeit Zutaten subventioniert.

Ich habe mehrere Minuten gebraucht bis ich gerafft habe dass sie substituieren meint.

Als Antwort auf Michael Keukert

Mit "Fett weg durch Bewegung" ist das so eine Sache.

Für ein Kilo Schweinefett (Schmalz) werden 8840 Kilokalorien (kcal) angegeben.

Wenn ich unsere kürzliche Fahrradrunde betrachte, 51 km in netto 2:42 h mit einem Schnitt von 19 km/h und einer von mir aufgebrachten Leistung von im Mittel 84 Watt, dann ergibt das lt. Garmin einen Gesamtkalorienverbrauch von 822 kcal, wovon 636 Kalorien Aktivkalorien sind, der Rest ist Grundumsatz. Basis der Berechnung ist einerseits die Leistungsmessung und andererseits eine Schätzung anhand der Garmin bekannten Werte (Gewicht und Puls).

Eine vereinfachte Gegenrechnung mit kreuzotter.de mit meinem Gewicht, einer durchschnittlichen Steigung von 0,7%, 51 Kilometern, Obenlenkerhaltung, 84 Watt liefert mir ein Tempo von 19 km/h, eine Fahrzeit von 2:43 h und 891 kcal.

Das ist ziemlich genau ein Zehntel der oben angegebenen Fettmenge. Und das ist nur die halbe Rechnung, denn wir kommen auf solchen Fahrten nicht ganz ohne Zufuhr von Kohlehydraten aus, der Riegel dürfte so um die 200-300 kcal ausgemacht haben.

Bei längeren Fahrten (letztes Jahr im Urlaub nach Lagarde-d’Apt, 80 km, 1340 Hm, 1767 kcal, 500 kcal zugeführt) sieht die Rechnung anders aus - nach solchen Fahrten habe ich meist längere Zeit überhaupt keinen Hunger, das gilt auf für ähnlichen Touren hier in der Gegend, die nicht ganz so viele Höhenmeter haben.

Fazit: Bloß durch Bewegung kann man kaum abnehmen, jedoch hilft sie enorm, nicht zuzunehmen, ohne dafür fasten zu müssen. Mit Bewegung ist allerdings solche gemeint, die tatsächlich nennenswert Kalorien verbraucht, also anstrengend ist. Je nach Befindlichkeit kann man natürlich Leistung durch Dauer ersetzen. Nur: wer außer Profis oder Radreisenden will bzw. kann schon den halben Tag lang auf dem Fahrrad sitzen?

Als Antwort auf Michael Keukert

Es ist richtig: Wenn ich zwei Stunden jogge, habe ich so viele Kalorien verbraucht, wie ich mit zwei Snickers wieder rein bekomme. Und es ist sehr realistisch, dass ich an so einem Tag zwei Snickers mehr esse als an anderen Tagen.
Aber es ist auch wahr, dass ich niemanden kenne, der abgenommen hat, ohne dabei Sport zu machen. Ich glaube, die Bewegung macht mit dem Körper mehr als nur Kalorien zu verbrauchen.
Als Antwort auf Michael Keukert

@Rasmus Fuhse

Ich glaube, die Bewegung macht mit dem Körper mehr als nur Kalorien zu verbrauchen.


Freilich, jedenfalls dann, wenn man mindestens den Empfehlungen der WHO bzw.
Physical activity folgt, die Bewegung also eine kraft- und leistungsbetonte intensive Anstrengung ist. Radfahren oder Joggen ist primär Cardiotraining, stärkt die Herzmuskulatur und vreschafft Ausdauer. Krafttraining hingegen stellt auf Muskelaufbau ab, was neben dem Tempo ebenfalls der Ausdauer zugute kommt. Beides zusammen bedeutet, dass man mehr leisten kann, sowohl pro Zeitspanne als auch in der Summe.

Kurz gesagt, der intensive Gebrauch der vorhandenen Muskulator bedeutet, dass man mehr davon und auch besser funktionierende bekommt und damit aufgenommene Kalorien besser - länger und intensiver - in Bewegung umsetzen kann. M.a.W. die konsumierten Kalorien werden nicht in Fett, sondern in Wärme umgewandelt (zu reichlich 75%) und in Bewegung (mit dem Rest).

Es ist übrigens völlig egal, ob das, was man tut, Sport ist oder als solcher verstanden wird. Es kommt auf die Art und Weise und die Wirkung an. Ich bin über mehrere Jahrzehnte hinweg mit dem Rad zur Arbeit gefahren, das war kein Sport, sondern Verkehrsmittelgebrauch, aber mehr und intensiver als das, was wir gemeinsam und dann mit den Kindern gefahren sind, an den Wochenenden und im Urlaub. Sport habe ich in der ganzen Zeit nicht getrieben, weder mit dem Rad noch sonstwie.

Als Antwort auf Michael Keukert

Ich fahre seit Jahr und Tag mit dem Rad zur Arbeit, in der Regel von Februar bis November. Die letzten zwei Monate habe ich angefangen, auf mein Gewicht zu achten, die Ernährung leicht umzustellen. Seitdem habe ich 6 kg runter - ohne (zusätzlichen) Sport, ausschließlich durch bewusstere Ernährung. Im Moment scheine ich ein gewisses Plateau erreicht zu haben, es geht im 500 g Bereich mal hoch mal runter seit ca. 10 Tagen. Mal schauen, wie das so weitergeht.
Als Antwort auf Michael Keukert

Ich weiß nicht, ob Du aus Tipps interessiert bist, die aur eigenen Erfahrungen beruhen, wenn nicht, ignoriere es einfach.

Gewichtsprobleme hatte ich nie, jedoch wog ich in der Zeit, in der ich auf Kantinenverpflegung angewiesen war, zeitweilig mehr als 10 kg mehr als heute, trotz des täglichen, am Limit gefahrenen Arbeitsweges. Stressfuttern und Mittagsmenüs, die zu viel versteckte Fette enthielten, waren vmtl. der Hauptgrund.

Inzwischen längst in Rente, kann ich umfänglicher Fahrrad fahren, weiter, schneller und mit mehr Höhenmetern und habe einen smarten Indoortrainer. Zusätzlich trainiere ich inzwischen aber auch umfänglich meine Muskulatur. Auslöser waren zwei Unfälle und die Notwendigkeit, gegen den dadurch verursachten Muskelschwund anzutrainieren. Angefangen hatte das jeweils mit einer verordneten Reha, ich habe das dann freiwillig und auf eigene Kosten fortgesetzt.

Inzwischen steht bei mir jeden Tag eine halbe Stunde Frühsport, Gymnastik und Muskeltraining auf dem Programm, jeden zweiten Tag eine volle Stunde. Das letzte ungefähre Zeitjahr in einem medizinischen Studio für Gymnastik und Muskeltraining an Geräten, inzwischen habe ich aber ein Sortiment an Hilfsmitteln - Gummibänder, Handeln von einem bis zu 7.5 Kilo, Wackelkissen usw. -, mit denen ich ziemlich weit komme und deswegen zwecks Zeitersparnis über den Sommer und Herbst @home trainiere. All das zusätzlich zu meinen Radtouren.

So mühselig sich das anfangs darstellte, so sehr ist es inzwischen in Routine übergegangen und so erfreulich ist das Ergebnis. Nur durch Radfahren oder Laufen erwirbt man kaum Muskulatur in der oberen Körperhälfte. Aber auch in meinem Alter kann man noch Muskulatur aufbauen, wo man in dem Umfang nie welche hatte. Es dauert halt, aber wenn man sie dann hat, bemerkt man den Nutzen auch beim Radfahren und nicht nur dabei. Nicht nur das Training benötigt Kalorien, die sich sonst als Fett am Körper wiederfinden, auch das Herumschleppen von Krempel, das Herumschieben von Möbeln oder das Herumtragen von Fahrrädern wird mit mehr Muskulatur einfacher und verbraucht Kalorien. Last but not least: Wo man sich bei einem Sturz schon den einen oder anderen Knochen bricht, fängt man sich mit mehr Kraft ab und hat nur ein paar Schrammen.

Unsere Söhne haben bereits in ihrer Gymnasialzeit aus eigenem Antrieb angefangen, Kraftsport zu betreiben, z.T. profitiere ich inzwischen, nun schon lange in Rente, von ihren Erfahrungen. Keine Chance, auch nur in die Nähe ihrer Leistungsfähigkeit zu kommen, egal ob es um Kraftübungen, Schwimmen, Laufen oder Radfahren geht, aber hilfreich, um einen Orientierungsrahmen zu haben, im Rahmen meiner Möglichkeiten.

Wesentlich ist, regelmäßig seinen Komfortbereich zu verlassen. Wie viele Liegestütze schaffst Du, wenn Du ausgeruht bist? Damit ist nicht gemeint, wie viele bequem machbar sind, sondern wie viele, bis nach der letzten Versuch wirklich beim besten Willen keine weitere Wiederholung mehr geht. Die letzten zwei sind vereinfacht gesprochen das, was Muskelzuwachs triggert. Anfangs macht man so erstaunlich schnell Fortschritte, später verlangsamt sich das. Ich schaffe inzwischen ungefähr dreissig, wenn es wie vor ein paar Tagen 31 werden, ist das darauf zurückzuführen, dass ich geschlampt habe und nicht immer den ganzen Hub hatte. Mehr wird es wohl nicht mehr. Dito bei Klimmzügen.

Btw., die absolute Anzahl interessiert nicht - wer z.B. mehr wiegt, schafft meist weniger, im Extremfall sogar kein einziges Mal. Dann kann man mit Unterstützung arbeiten - Gummiband am Reck, mit den Knien statt Füssen bei Liegestütz, leichtere Hantel bei Hantelübungen. Bei letzteren und Kraftmaschinenübungen sind bis zu dreissig Wiederholungen mit einer sehr leichten Hantel etwas, mit dem man beginnen kann. Ich für meinen Teil versuche, mit weniger als zehn auszukommen, bis ich am Limit bin. Ohne Anleitung wäre ich vorsichtig mit weniger als zehn - die Gefahr, dass einem das Zeug auf die Füße fällt oder bei einer unvorsichtigen Bewegung ein Gelenk trifft, ist nicht zu unterschätzen.

(So weit meine Adhoc-Aufschrieb als jemand, der ansonsten bekennender Nichtkraftsportler ist bzw war :-)