Ab Dezember: Zwenkau bekommt teils neues Busnetz
Das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz wird sich Mitte Dezember grundlegend ändern. Das hat Auswirkungen auf den Busverkehr im Landkreis Leipzig, der den Regionalverkehr mit Kommunen wie Zwenkau verbindet.
Zwenkau. Was hat Stuttgart 21 mit Pendlern in Zwenkau zu tun? Ab dem 14. Dezember mehr als gedacht. Weil im Dezember 2026 der neue Bahnhof in Baden-Württembergs Hauptstadt eventuell fertig werden könnte, muss im Jahr zuvor das Fernverkehrsnetz umgestellt werden. Das hat Auswirkungen auf das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz. Und das wiederum beeinflusst, wie die Busse im Landkreis Leipzig und in Zwenkau fahren. So erklärt es Tino Ebert, zuständiger Planer von Regionalbus Leipzig, in der vergangenen Stadtratssitzung im Zwenkauer Rathaus.
Die Fahrplananpassungen in Markranstädt, Markkleeberg, Böhlen, Grimma und weiteren Orten hätten Auswirkungen auf die Anschlussverbindungen in den Landkreis. „Manche Fahrpläne müssen nicht nur angepasst, sondern grundsätzlich überarbeitet werden wie in Zwenkau. Hier gehen wir tiefer in die Fahrpläne rein“, sagt Ebert.
Neue Route für Linien 100, 107, 101 und 144
Derzeit fahren die beiden Linien 100 und 107 verschiedene Routen innerhalb Zwenkaus, um dann auf gleichem Weg nach Markkleeberg und Connewitz zu fahren – allerdings im „Humpeltakt“, also nicht regelmäßig abwechselnd. Sowohl Takt als auch Route werden sich ändern:
Der neue Weg für 100 und 107 innerhalb Zwenkaus: Feuerwehr, Goethestraße, Großdeubener Weg, Mitte, Bushof. Zwenkau Nord und Harthsiedlung werden nicht mehr angefahren. Zwischen Zwenkau, Markkleeberg und Leipzig Connewitz wird dadurch ein 30-Minuten-Takt eingeführt, der zur in Gaschwitz fahrenden S-Bahn passt.
Die Linie 101 bekommt ebenso eine neue Route: Bushof, Mitte, Großdeubener Weg, Gewerbegebiet, Böhlen, Rötha, Borna. So werden die Gewerbegebiete an der Braumeister- und Spenglerallee sowie Böhlen Werke und perspektivisch das neue Gewerbegebiet westlich der B2 angebunden. Statt Kahnsdorf fährt der Bus über Espenhain und Borna Klinikum, erklärt Ebert.
Auch die Linie 144 bekommt eine neue, „aufgewertete“ Route mit Stadtverkehrsfunktion: Bushof, Mitte, Hafen, Großdeubener Weg, Böhlen, Rötha und Kitzscher. Im 60-Minuten-Takt verbindet sie Zwenkau mit dem S-Bahnhof in Böhlen und damit nach Leipzig.
Die Linien 100, 107 und 101 haben in Gaschwitz Anschluss vom und zum Zug aus und nach Leipzig. Die Linien 101 und 144 haben in Böhlen Anschluss vom und zum Zug aus und nach Leipzig.
Fahrpläne für Ortsteile bleiben bestehen
Kaum Änderungen seien hingegen für die Linien zu den Ortsteilen geplant. „Bei Linien wie der 120 oder 123 kann es zu geringfügigen Verschiebungen um die fünf Minuten kommen, grundlegend bleibt der Fahrplan gleich“, so Ebert. Sobald die neuen Takte in Kraft seien, werde gemeinsam mit dem Landkreis geprüft, wie sich die Änderungen auswirken.
Die Sorge einer Pendlerin war, dass sie, sollte die S-Bahn zu spät aus Leipziger Richtung in Böhlen ankommen, noch länger warten muss – aktuell teils 30 bis 45 Minuten, bis der nächste Bus nach Zwenkau kommt.
Das soll in Zukunft besser werden, zumindest ein bisschen, sagt Ebert: „Falls der Anschluss in Böhlen oder Gaschwitz nicht erreicht werden kann, dauert es bald maximal 25 bis 30 Minuten bis zum nächsten Bus.“
Unter www.1ticket.de/fahrplanwechsel gibt es weitere Informationen zu den Änderungen.
Rufbus ergänzt Netz zum MDV-Tarif
Ergänzend fährt seit Anfang des Jahres der Rufbus in dem Gebiet, das nicht (mehr) vom Linienverkehr abgedeckt wird. Er soll in Zwenkau die Ortsteile Großdalzig, Kleindalzig, Löbschütz, Rüssen-Kleinstorkwitz, Tellschütz und Zitzschen anbinden. Von Januar bis Ende September dieses Jahres sind laut Regionalbus-Geschäftsführer Andreas Kultscher 1400 Gäste mitgefahren.
Der Rufbus kann per Moovme-App, per Telefon (03425 898989) von morgens (montags bis freitags ab 5, Uhr, samstags ab 6 Uhr, sonntags ab 7 Uhr) bis 21 Uhr abends gebucht werden. Dieser ist ohne Fahrplan frei buchbar, er muss maximal sieben Tage im Voraus, aber mindestens 30 Minuten vor Fahrtbeginn bestellt werden.
Die Kosten entsprechen denen des MDV-Tarifs, ohne Zuschläge: Eine Fahrt in einer Zone kostet 2,40 Euro, auch das Deutschlandticket ist anerkannt. Das Gebiet erstreckt sich von Pegau, Zwenkau, Werben, Kitzschen über Schkeitbar bis hin nach Lützen und Markranstädt. Der Rufbus ist mit dem Linienverkehr kombinierbar.
LVZ