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Leipziger Experte: „Wir müssen unsere Gewässer robuster machen“


Fließgewässer-Ökologe Markus Weitere vom Umweltforschungszentrum (Ufz) im LVZ-Interview über mögliche Folgen der Hitze auf Leipziger Flüsse, Seen und Bäche.

Am Hochrhein zwischen Bodensee und Basel haben die Schweizer Behörden wegen der momentanen Dürre ein massives Fischsterben festgestellt. Auch hierzulande bedrohen die hohen Temperaturen Tiere, die im und am Wasser leben. Markus Weitere, Leiter der Fließgewässer-Ökologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, Halle und Magdeburg sowie Professor an der Technischen Universität Dresden, erklärt, welche Arten besonders betroffen sind und was sich dagegen unternehmen lässt.

Welchen Fischen der Region macht die Hitze besonders zu schaffen?

Es sind wenige Arten direkt von den hohen Temperaturen bedroht, sogenannte Kaltwasserarten der Flussoberläufe, wie Äschen oder Bachforellen, sowie weitere Kleinfischarten. Gravierender können sich aber sogenannte indirekte Effekte der hohen Temperaturen auswirken: Zunächst nimmt der Sauerstoffgehalt im Wasser mit steigender Temperatur ab und kann dann für anspruchsvolle Arten nicht mehr ausreichen. Zusammen mit der verbreiteten Nährstoffbelastung der Gewässer kommt es zu einer instabilen Wasserchemie aufgrund von Algenwachstum und Sauerstoffdefiziten. Das Wasser wird basisch, und es können auch giftige Algen auftreten. Einzeln oder in Kombination können diese Faktoren zu Fischsterben führen. Sie sind aber nur der für uns sichtbare Teil der geschädigten Organismen, denn es können auch Insekten, Krebse und Weichtiere betroffen sein.

Welche Leipziger Flüssen, Seen und Bäche sehen Sie besonders in der Gefahr?

Prinzipiell sind sie alle von den hohen Temperaturen betroffen. Besonders kritisch wird es aber in vorbelasteten Gewässern, was leider den Großteil hierzulande betrifft. So kommt es unter Belastung von Nährstoffen und leicht abbaubaren Verunreinigungen zu starken Zehrungsprozessen durch die hohen Temperaturen. Auch können Tiere in chemisch belasteten Gewässern empfindlicher gegenüber Hitze sein. Ohne Schadstoffe im Wasser und wenn dazu noch angrenzende Bäume Schatten geben, macht die Erwärmung den Tieren in der Regel weniger aus.

Ab welcher Wassertemperatur wird es kritisch?

Es gibt keine starre Grenze. Ob es kritisch wird, hängt auch vom Gewässertyp ab. Ob es sich beispielsweise um einen Flussoberlauf oder -unterlauf handelt. Auch die jeweiligen Lebensgemeinschaften spielen eine Rolle. Für Fischarten in den sommerkalten Gewässern wird es ab 23 Grad Celsius kritisch, während in den Unterläufen 28 Grad toleriert werden. Über 30 Grad wird es dann für viele höhere Wasserorganismen gefährlich. Aber auch bei deutlich niedrigeren Werten können die oben genannten indirekten Effekte auftreten.

Ist eine ökologische Kettenreaktion zu befürchten?

Der Wegfall einer Art im Ökosystem hat immer Konsequenzen. So hat man zum Beispiel bei Hitzewellen Muschelsterben beobachtet. In Folge dessen kann es zu einer vermehrten Entwicklung von Algen kommen. Denn Muscheln filtrieren die Mikroalgen aus dem Gewässer und erhöhen so die Wasserqualität.

Was lässt sich dagegen tun?

Unmittelbar sind Wärmequellen zu reduzieren, zum Beispiel die Abwärme von Kraftwerken. Auch kurzfristige Maßnahmen wie künstliche Belüftung oder die Wasserumwälzung in kleinen Standgewässern können helfen. In der Schweiz hat man in einigen größeren Fließgewässern gerade die Mündungen kalter Zuflüsse ausgebaggert, um kalte Wasserpools für Fische zu schaffen. Langfristig müssen wir uns auf Hitzewellen einstellen. Wir brauchen grundlegendere Verbesserungen der Gewässerstruktur, um sie robuster gegen hohe Temperaturen zu machen. Dazu gehören durchgehende Randstreifen aus beschattenden Gehölzen und Bäumen entlang der vielen kleinen und mittelgroßen Fließgewässer sowie die Schaffung von beschatteten Rückzugsräumen in den Auen von großen Flüssen, insbesondere da, wo Grundwasser zutritt. Und wir werden uns zunehmend auf Notmaßnahmen einstellen müssen, wie sie jetzt an vielen Stellen im Land ergriffen werden.

Interview: Mathias Wöbking

Von Mathias Wöbking
LVZ vom 09.08.2018

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Trockene Flüsse: Talsperrenchef will alles zentral steuern


Kurios: Südlich von Leipzig schlummern Millionen Kubikmeter Wasser in den Tagebauseen. Und in Leipzig dümpeln die Flüsse vor Niedrigwasser nur so dahin. Die Talsperrenverwaltung schlägt nun den Aufbau einer Steuerzentrale vor, um alle Wasserströme lenken und die Flüsse besser bewirtschaften zu können.

Kurios: Südlich von Leipzig schlummern Millionen Kubikmeter Wasser in den Tagebauseen. Und in Leipzig dümpeln die Flüsse vor Niedrigwasser nur so dahin. Die Talsperrenverwaltung schlägt nun den Aufbau einer Steuerzen-trale vor, um alle Wasserströme lenken und die Flüsse besser bewirtschaften zu können.

Erst Ende Juli hatten die Tagebausanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) grünes Licht dafür bekommen, vom Störmthaler über den Markkleeberger See 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser an die Pleiße abzugeben. Die hatte nach wochenlanger Trockenheit kaum noch Wasser geführt, alle Reserven in Staubecken waren aufgebraucht, eine Schleuse in Leipzig musste bereits den Betrieb einstellen. Nach LVZ-Informationen war für die Freigabe eine Anordnung aus dem Sächsischen Umweltministerium nötig.

Der Störmthaler Pegel wird durch das Ablassen um 20 Zentimeter gesenkt. Alle anderen Seen der Tagebausanierer sind schon am unteren Level, hatten nicht für die trockene Phase vorgesorgt und Wasser eingestaut. Im Gegenteil: Die Landesdirektion hatte gar vor zwei Jahren im Sommer angewiesen, dass der Cospudener See um 20 Zentimeter abgelassen wird. Das beliebte Badegewässer hatte da längere Zeit am oberen Limit seines geplanten Wasserstandes gelegen.

Axel Bobbe von der in Leipzig zuständigen Talsperrenmeisterei Elbaue, Mulde, Untere Weiße Elster wäre heute froh über jeden Kubikmeter eingestauten Wassers, der Leipzig zugeführt werden kann. Selbst der Zwenkauer See, der für den Hochwasserschutz gigantische 21 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten kann und die Messestadt beim Hochwasser 2013 rettete, steht im Umkehrschluss nicht bereit. Der dortige Pegel sei so niedrig, dass im Hafen schon Klagen aufkämen, erzählt Bobbe.

Für die Wasserstände der Tagebauseen ist die LMBV zuständig. „Die ist einfach kein Bewirtschafter“, sagt Bobbe, ohne einen Vorwurf formulieren zu wollen. Er schlage deshalb eine Bewirtschaftungszentrale aller in Frage kommenden Gewässer vor. Auf einen Blick müsse dort zu sehen sein, wo noch wie viel Wasser steht und wie es verfügbar ist. Vor zehn Jahren habe es bereits Pläne für eine solche Zentrale am Standort der Talsperrenmeisterei in Rötha gegeben. „Selbst eine Vorplanung war schon beauftragt“, erinnert sich Bobbe. In den Wirren der damaligen Kreisreform seien die Pläne wohl untergegangen.

Die Bergbausanierer halten eine solche Steuerung jedoch für unnötig. Kontinuierlich und im Bedarfsfall werde nach Lösungen gesucht wie erst kürzlich, so Sprecher Uwe Steinhuber. Eine Bewirtschaftungszentrale sei zur Bewältigung dieser Aufgaben nicht erforderlich gewesen. Die Landesdirektion Sachsen würde eine solche Zentrale hingegen befürworten, erklärt die Behörde. Auch der Landkreis Leipzig findet, die Idee einer zentrale Stelle für die Wasserbewirtschaftung sollte wieder aufgenommen und geprüft werden. „Über eine koordinierte Anstauung und die geordnete Abgabe an die Flüsse könnte dann z.B. flexibler auf solche Trockenperioden wie aktuell reagiert werden“, so Sprecherin Brigitte Laux.

Von Jörg ter Vehn
LVZ vom 09.08.2018

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Ostbrötchen aus Rüssen-Kleinstorkwitz


Die Legende lebt. Gemeint ist das Ostbrötchen, von dem in den ersten Jahren nach der Wende kaum jemand etwas wissen wollte. Künftig ist es wieder zu haben. Bäckermeister Jens Hennig, Inhaber des gleichnamigen Bäckereibetriebes im Zwenkauer Ortsteil Rüssen-Kleinstorkwitz, hat die Kunden dazu befragt.

Das Ostbrötchen an sich gibt es nicht. Das hat Bäckermeister Jens Hennig herausbekommen. „Aber jeder, der es von früher kennt, weiß, wie es schmeckt.“ Weil der Geschmack eben auch auf der Zunge des einzelnen liegt. Der Inhaber des Backbetriebs im Zwenkauer Ortsteil hat sich in einer Projektarbeit im Rahmen seiner Ausbildung zum Brotsommelier mit dem legendären Backwerk beschäftigt. Und er hat festgestellt, dass es zwar eine einheitliche Rezeptur für das Brötchen aus sozialistischen Zeiten gibt. „Es dürfte aber überall etwas anders geschmeckt haben.“

Dass der stellvertretende Innungsobermeister der Bäckerinnung im Landkreis Leipzig gerade die Ostbrötchen zum Thema seiner Untersuchung machte, hatten ihm quasi die Kunden mit auf den Weg gegeben. „Ich werde immer wieder gefragt, warum es denn die Brötchen von früher nicht mehr gibt.“ Also die Brötchen, mit denen so viele Erinnerungen verbunden sind, von denen aber viele in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung nichts mehr wissen wollten. Das, so der Unternehmer (75 Filialen zwischen Bitterfeld, Altenburg und Geithain sowie 820 Beschäftigte) „hat sich Mitte der 90er-Jahre geändert“. Zwar findet sich seither immer mal ein Bäcker mit Ostbrötchen im Angebot, wie die aber früher wirklich gebacken wurden, blieb unklar. Hennig ging sechs Wochen in die Tiefe und sprach mit Müllern ebenso wie mit einstigen Führungskräften der vormaligen Backwarenkombinate, die es in jedem DDR-Bezirk gab. Und er näherte sich Stück für Stück den Geheimnissen des Ostbrötchens.

Heraus kamen Unterschiede beim Mehl und vor allem in der Reifezeit des Teigs, der zu DDR-Zeit länger ruhen durfte/musste. „Heute hat dafür kaum noch jemand Zeit“, sagt der 55-Jährige, der mit seinem Backhaus ein Unternehmen führt, dessen Ursprünge im Jahr 1913 im Pegauer Ortsteil Carsdorf liegen. Hennig hat herausdestilliert, dass es eine Art Reinheitsgebot für das klassische Ostbrötchen gibt: Mehl, Wasser, Salz, Hefe und Malz – „mehr gehört nicht rein“.

Immer wieder hat der Bäckermeister in den letzten Wochen experimentiert, seinem Sohn Martin die Führung des operativen Geschäfts überlassen und probeweise gebacken. „Beim ersten Versuch rochen die Brötchen schon wie früher, sahen aber nicht schön aus.“ Mittlerweile bilden Geruch, Geschmack und Aussehen eine ordentliche Einheit.

Darauf aber wollte sich der Bäckermeister nicht verlassen und setzte auf die Macht der Demokratie. Oder besser gesagt der Kundenbefragung. Hennig ließ Kunden vor Einkaufsmärkten in Leipzig und Zeitz sowie am Donnerstag in seinem Backhaus in Rüssen-Kleinstorkwitz kosten und entscheiden. Heraus kam eine große Mehrheit für das Endergebnis von Hennigs Testreihen, das immerhin zwei Drittel und mehr der Testesser als klassisches Ostbrötchen identifizierten.

Wobei das Ostbrötchen bis zum Krieg und auch in den Jahren danach keineswegs ein Ostprodukt als solches war. Hennig macht klar, dass die deutschen Bäcker in den 30er- und 40er-Jahren im Osten wie im Westen allen regionalen Unterschieden zum Trotz tendenziell die gleiche Art von (Weizen-)Brötchen buken. Das änderte sich mit dem Druck in den 60er- und 70er-Jahren in der Bundesrepublik, als vieles schneller gehen musste, weil die Bäckereibetriebe mehrere Filialen hatten und entsprechend liefern mussten. Im Osten, wo es zwar mehr Bäcker gab, die allerdings jeweils nur ein Geschäft hatten, blieb alles beim Alten.

Daran knüpft der künftige Brotsommelier Hennig („Ich bin der vierte in Sachsen.“) an. Die Ostbrötchen sollen die bisherige Hennig´sche Doppelsemmel ersetzen – mit gleichem Gewicht (90 Gramm), aber kräftiger und ganz so, wie sie der Kunde schon früher geschätzt hat.

Von Nikos Natsidis

LVZ v. 06.08.2018

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Stimmung in Zwenkau klettert auf Rekordhoch


Die Zwenkauer haben am Wochenende im Waldbad drei Tage lang ihr 27. Laurentiusfest gefeiert. Nicht nur wegen der Hitze war die Party rekordverdächtig.

Ein idyllisches Waldbad, ein abwechslungsreiches Programm und etliche engagierte Organisatoren: Tausende Besucher erlebten bei der 27. Auflage des Laurentiusfestes in Zwenkau am vergangenen Wochenende eine mitreißende Feier. Wenn Stadt, Vereine und Initiativen gemeinsam eine Veranstaltung organisieren, ist allerbeste Laune garantiert.

Festlich der Freitag mit der Eröffnung in der Laurentiuskirche. Schon wenig später ging’s auf den Bühnen im Waldbad heiß her. Ob bei der Partyband Nightfever aus Leipzig oder bei Discofox aus dem Erzgebirge: Die Stimmung kletterte auf Rekordwerte, tat es dem Wetter mit seinen subtropischen Temperaturen gleich. Ein bunter Mix aus Spiel, Spaß und Information dann am Sonnabend. Weder zu überhören noch zu übersehen: die Einfahrt der Biker. 100 wollte der Motorradstammtisch ins Waldbad locken, 118 wurden es. Auch das ein Rekord.

Immer wieder ein Hingucker für Klein und Groß: der legendäre Arschbombenwettbewerb. Mindestens so viele begeisterte Zuschauer hatten sich auch beim Quadparcours auf der Müllerwiese versammelt. Wer wollte, konnte sich auf dem vierrädrigen Gefährt selbst mal ausprobieren. Man musste ja nicht gleich so kecke Sprünge wagen wie Lennox Quellmalz. Genau die machen dem 13-jährigen Zwenkauer nämlich am meisten Spaß. Aber auch sonst zählt der Schüler zu den besten Nachwuchsfahrern Deutschlands.
Auf nassem Sand spielt es sich leichter

Betont sportlich verlief auch das 24. Harry-Schulz-Beachvolleyballturnier. Damit der stiebende Sand das Sehen nicht gar so erschwert, hatte die Feuerwehr vorgesorgt: Johann, Lukas und Quirin hielten den Untergrund per Wasserschlauch frisch. Zu denen, die die Sportler anfeuerten, gehörte Larissa Rosenbaum (17). Und was zieht die Zwenkauer Schülerin sonst noch zum Laurentiusfest? „Dass ich hier Leute aus sämtlichen Ortsteilen treffe. Eigentlich alle, die ich so kenne.“

Erstmals in Zwenkau zu Gast: Michelle aus Seifertshain. Kaum angekommen, wollte die 13-Jährige auch schon ins kühle Nass. Die Schülerin ließ sich zur Meerjungfrau ausbilden. Ein Feriengeschenk der Großeltern aus Chemnitz. Den kleinen Schnupperkurs im Meermaiding, dem Tauchen und Schwimmen mit der Flosse, leitete Sabine Schönborn von der Leipziger Firma Swimolino. „Nach vorne tauchen und den Körper wie eine Welle bewegen. Klasse, das war schon sehr gut“, lobte die Wassernixe ihre Elevin Michelle.

Lob auch an anderer Stelle: Unter dem Motto „Fahrt Rad – aber sicher“ hatte die Deutsche Verkehrswacht Böhlen zum Queren eines Parcours geladen. Christoph Krause freute sich über die vielen geschickten und verkehrssicheren Mädchen und Jungen.

Sicherheit wird auch im Waldbad groß geschrieben. Gewohnt zuverlässig achteten ehrenamtliche Mitarbeiter wie Jörg Zippel vom Kreisverband Leipziger Land des Deutschen Roten Kreuzes auf das Geschehen im und am Wasser. Als Leonard und Robin die Annett retteten, war das zum Glück kein Unglück, sondern Teil einer Übung. Ob bei den Angeboten des Heimat-, des Badmintonvereins Zwenkau oder denen der Sportmobil Springburg: Die Möglichkeiten, sich zu unterhalten, waren riesig.

Mittendrin im fröhlichen Waldbad-Gewimmel: Karina Ritter und Dirk Schewitzer vom Zwenkauer Rathaus. Hätten sie gedacht, dass sich das Laurentiusfest mal so toll entwickelt? „Ich habe es gehofft“, sagte Hauptamtsleiter Schewitzer. „Umso mehr freuen wir uns über den Erfolg. Denn das Organisieren kostet viel Zeit und Kraft. Schön, dass die Veranstaltung bei den Zwenkauern und ihren Gästen so beliebt ist.“

Das war sie auch am Sonntag, der mit einem Skatturnier zunächst gemächlich begann. Doch auch dann war mit Paddelwettbewerb, Drachenbootcup und Hüttengaudi wieder Showtime angesagt. Bis hin zum festlich-feierlichen Abschluss in der Laurentiuskirche.

Von Ingrid Hildebrandt

LVZ v. 06.08.2018

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Zentrales Abwassernetz kommt erst im Oktober


Im Gemeindezentrum Großdalzig, wo der Karateverein Shogun mit harten Bandagen trainiert und kämpft, ging es am Dienstag im Rahmen der Bürgerinformation zum Thema der Abwasserentsorgung vergleichsweise friedlich zu. Nach der Entscheidung für das System der Druckentwässerung als wirtschaftlichste Variante stand in erster Linie die Klärung technischer Details an. Trotz der sengenden Hitze war der Saal voll.

Im Gemeindezentrum Großdalzig, wo der Karateverein Shogun mit harten Bandagen trainiert und kämpft, ging es am Dienstag im Rahmen der Bürgerinformation zum Thema der Abwasserentsorgung vergleichsweise friedlich zu. Nach der Entscheidung für das System der Druckentwässerung als wirtschaftlichste Variante stand in erster Linie die Klärung technischer Details an. Trotz der sengenden Hitze war der Saal voll.

„Heute geht es in erster Linie darum, was noch in diesem Jahr umgesetzt wird und was sich bis 2019 hineinzieht. Es geht weniger um die Kosten“, machte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) gleich zur Begrüßung klar. Bauamtsleiterin Steffi Gebauer informierte über den Planungsstand und die Aufgaben, die im Vorfeld erledigt werden mussten. Vom Stellen des Fördermittelantrags über Bestandsvermessungen, die Entwurfsplanung, der Abstimmung mit der Mitnetz Strom bis zur Eigentümerbefragung zwecks Abstimmung über die Position der Hausanschlüsse auf den jeweiligen Grundstücken war eine lange Liste abzuarbeiten. Das sich gleich jemand meldete, der noch keinen Besuch von Ingenieur und Planer Benno Schöpe bekommen hatte, war kein Problem. „Da werden wir kurzfristig nachbessern, wenn jemand auf der Strecke geblieben ist“, versprach er. Zu mehr als 90 Prozent seien die Standorte der Pumpschächte geklärt.

Die Gesamtanlage wird von der Stadt finanziert. Bezüglich der Hausanschlüsse beteiligt sich die Stadt an den Baukosten für den notwendigen Schacht, nicht jedoch an der Technik.

Die stellte Schöpe anhand von Skizzen im Detail vor. Der Hauptstrang, an dem alle Hausanschlüsse hängen, verläuft in der Carsdorfer Straße. Er wird mittels Horizontalverlegung in den Boden gebracht, ein Verfahren, das die Aushebung langer Gräben überflüssig macht. Jedoch müsse alle 100 Meter ein Kopfloch gebohrt werden. Nebenstränge führen bis zur Straße „An der Schilfswiese“.

Mit einer Pumpe wird das anfallende Abwasser in den Hauptsammler befördert. Die sei von der Leistung her mit einem großen Toaster vergleichbar, erklärte Schöpe. Mit ihr werden die Rohre möglichst leer gehalten. „Denn wo nichts ist, kann auch nichts stinken“, sparte Schöpe nicht mit anschaulichen Vergleichen. Die Pumpe arbeite wie ein Fleischwolf um alle Inhaltsstoffe möglichst kleinteilig weiterzuleiten. Sand und Steine vertrage sie allerdings nicht, deshalb müsse der Schacht ordentlich verschlossen werden.

Den Bau der Stromversorgung übernimmt ebenfalls die Stadt. Dazu gehören zwei zentrale Stromkästen, einer im Bereich Carsdorfer Straße/ Schilfwiese, der zweite in Tellschütz. Über sie wird bei Störfällen automatisch die Meldung an den Abwasserzweckverband Weiße Elster weitergeleitet. Der zuständige Bereitschaftsdienst könne ohne Zeitverzug handeln, erklärte Schöpe. Das sei eine komfortable Lösung, die Anwohner bekämen davon nicht einmal etwas mit. Dieser Punkt wurde kontrovers diskutiert. „Als Hausbesitzer möchte ich wissen, wann was los ist, damit ich reagieren kann und mir das Abwasser nicht zum Dach raussprudelt“, war die mehrheitliche Meinung. Diese Anregung werde man mitnehmen und über ein individuelles Warnsystem nachdenken, versprach Gebauer.

Von allgemeinem Interesse war auch die Frage, ob man die neuen Pumpen mit dem Auto überfahren könne. Schöpe beruhigte: Die Betondeckel seien durchaus in Grenzen belastbar. Die Sicherheit war ein großes Thema. Rückschlagklappen verhindern ungewollte Rückläufe. Erdschieber und Handabsperrungen sind für Wartungszwecke vorgesehen. „Das jemand geflutet wird, passiert äußerst selten“, betonte Schöpe. Zum Schmunzeln: Selbst wenn alle Tellschützer gleichzeitig in Bad nähmen, sei die Netzstabilität gewährleistet, die Pumpen arbeiteten mit Zeitverzügen gegen mögliche Überlastungen.

Was an den noch leeren Grundstücken geschehe, stand ebenfalls auf der Fragenliste. „Man baut nicht gerne auf Vorrat, was trocken rumsteht, steht sich kaputt“, kam die klare Antwort. Es sei denn, eine konkrete Bauabsicht in den nächsten Monaten stehe im Raum.

Die öffentliche Ausschreibung findet vermutlich von August bis zum Oktober statt. Der Baustart sei somit frühestens Ende Oktober möglich, sagte Steffi Gebauer. Für ältere, private Anlagen gebe es bis zum Wechsel eine Duldungsvereinbarung.

Von Gislinde Redepenning
LVZ v. 27.07.2018

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Böhlen: Für Kraftfahrer wird alles anders


Die gute Nachricht zuerst: Der Bau der Autobahn 72 schreitet voran. Die schlechte Nachricht: An der Anschlussstelle Böhlen/Zwenkau ändert sich ab kommenden Montag die komplette Verkehrsführung.

Böhlen. Wer sich als Auto-, Motorrad- und Brummifahrer die vergangenen Tage an die Verkehrsführung an der Anschlussstelle bei Böhlen/Zwenkau gewöhnt hat, kann ab Montag alles wieder vergessen. Denn dann wird alles anders. Zumindest für die nächsten drei Wochen. Der Bau der Autobahn 72 macht gerade im Bereich Böhlen und dessen Stadtteil Großdeuben immer wieder Änderungen erforderlich.
Veränderungen in vielen Bereichen

Wer ab Anfang nächster Woche auf der Staatsstraße S 72 von Böhlen nach Großdeuben fahren möchte, kann das weiterhin tun – allerdings wird die seit einiger Zeit bestehende Einbahnstraße in der Richtung verlängert – von der jetzigen Anbindung auf die Bundesstraße 95 bis zur Auenstraße. „Es bleibt einspurig“, sagt Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos).

Die Autofahrer, die in entgegengesetzter Richtung unterwegs sind, also von Großdeuben nach Böhlen wollen, müssen wegen der Verlängerung der Einbahnstraße nun schon in der Auenstraße auf die B 2 in Richtung Zwenkau, kreuzen die B 2 und fahren danach auf die B 95 und von dort bis zur Nord-Ost-Anbindung, um dann nach Böhlen zu gelangen. Die Auenstraße selbst wird ebenfalls zur Einbahnstraße – in Richtung Bundesstraße.

Das bedeutet wiederum, dass diejenigen, die an der Anschlussstelle B 2/B 95 von Leipzig kommend nach Großdeuben wollen, nicht mehr die Auenstraße abfahren können, sondern die Abfahrt B 2 Richtung Zwenkau nehmen und von dort aus auf die S 72 fahren müssen.
Richtung Leipzig zunächst wie bisher

Für die Böhlener, die nach Leipzig wollen, ändert sich erst einmal nichts weiter. Sie müssen nach wie vor auf die B 95 und den Umweg über Rötha in Kauf nehmen, um dort auf die gegenüberliegende Fahrbahn zu kommen. Auch die Radfahrer, die zwischen Böhlen und Großdeuben entlang der S 72 unterwegs sind, kommen noch in gewohnter Weise voran. Zwar sei laut Berndt die Verlegung des Weges auf die gegenüberliegende Straßenseite angelaufen, um Platz für den vierspurigen Ausbau der S 72 zu schaffen, aber genutzt werden könne er noch nicht.

Laut Berndt halte derzeit vor allem die Stadtverwaltung die Böhlener auf dem Laufenden, was die Entwicklung der Baustelle betrifft. „Auch wir haben nur durch Zufall von den Änderungen erfahren“, sagt der Rathauschef. Vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr, das für den Bau der A 72 verantwortlich zeichne, seien keine Informationen darüber gekommen.
Lasuv widerspricht dem Rathaus

Das kann Isabell Siebert, Sprecherin des Lasuv, nicht bestätigen. Erst am vergangenen Dienstag habe es zu dieser Problematik ein Treffen in Markkleeberg gegeben. Dort seien auch Vertreter der Stadtverwaltung Böhlen dabei gewesen. Wie Siebert betont, stellen sich zudem die letzten Entscheidungen und Details eben immer erst kurz vor der jeweiligen Bauphase heraus, „wenn Verkehrsbehörde, Polizei und Baubetrieb finale Abstimmungen dazu getroffen haben“.

Von Julia Tonne

LVZ v.27.07.2018

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Santa Barbara sticht zur Jubiläumsfahrt in See


Die Santa Barbara absolvierte vor zehn Jahren ihre Jungfernfahrt auf dem Zwenkauer See. Zur Geburtstagstour hatte Skipper Benedikt Kahlstadt am Donnerstag zahlreiche Ehrengäste eingeladen. Er begrüßte „Wegbegleiter und Wegbereiter“ an Bord.

Die Santa Barbara absolvierte vor zehn Jahren ihre Jungfernfahrt auf dem Zwenkauer See. Zur Geburtstagstour hatte Benedikt Kahlstadt, Geschäftsführer der Reederei Zwenkau, am Donnerstag zahlreiche Ehrengäste eingeladen. Er begrüßte „Wegbegleiter und Wegbereiter“ an Bord.

Die wechselvolle Geschichte der Santa Barbara begann schon viel früher, 1957 lief sie in Oberkassel vom Stapel. Bis 2007 war sie als MS Walküre auf dem Plauer See und der Müritz unterwegs. Kapitän Swidbert Scholz kennt sie aus dieser Zeit. „Ich musste ihr als leidenschaftlicher Segler immer Platz machen“, erinnert er sich. Während sich die Wege von Schiffsführer und Schiff kreuzten, deutete im trüben Zwenkauer Tagebaurestloch noch nichts auf solche Freizeitvergnügen hin. Reculta-Geschäftsführer Torsten Thomä, damals in Diensten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV), erinnert sich an einen Kneipenabend vor vielen Jahren. Der damalige Bürgermeister Herbert Ehme verkündete in geselliger Runde, bevor er abdanke, wolle er noch ein Schiff taufen. Eine verrückte Idee, ein Fahrgastschiff in die damals „rotbraune Suppe“ zu setzen, fand damals nicht nur Thomä. Doch ließ er sich vom Enthusiasmus anstecken.

Die Schilderungen weckten den Geist vergangener Jahre, als man mit wilder Entschlossenheit und dem Hochkrempeln der Ärmel so manche bürokratische Hürde umschiffen konnte. „Wir machen das“, lautete damals die Devise. „Aber wir halten den Mund, bevor nicht alles steht und die Vision zerredet wird.“

Ein passendes Schiff wurde gesucht und gefunden. Als der Rumpf per Laster am See eintraf, musste Aufbauarbeit geleistet werden. Bauhofleiter Frank Teschner persönlich schweißte die Reeling fest. Parallel liefen die aufwendigen Genehmigungsverfahren. Gesine Sommer vom Landratsamt, die übrigens später auf der Santa Barbara geheiratet hat, wunderte sich nicht. „Herbert Ehme hatte immer schon extravagante Ideen“, schmunzelte sie. Und Andreas Berkner, Leiter der Planungsstelle des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen, wünschte sich die Aufbruchstimmung zurück. Heutzutage scheine die Bürokratie wichtiger als der eigentliche Zweck.

Während Kapitän Swidbert Scholz bei Nieselregen unter Deck mit dem Publikum plauderte, stand Axel Bittner am Steuer. Er hat die gastronomische Versorgung im Sportlerheim am Eichholz und auf der Santa Barbara übernommen und brachte nicht nur leckere Snacks mit, sondern auch die schönste Frau im Freistaat. Seine Tochter Nastassja ist die amtierende Miss Sachsen. Sie hatte die Aufgabe, die neue Schiffs­glocke zu enthüllen und feierlich einzuweihen. Die alte Glocke, die Seele eines Schiffs, war im Frühjahr als Leihgabe bei der Messe „Beach und Boot“ in Leipzig gestohlen worden.

Von Gislinde Redepenning
LVZ v. 13.7.2018

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CDU Zwenkau bringt Konzept zur Entwicklung der Ortsteile auf den Tisch


Die CDU-Fraktion im Stadtrat Zwenkau macht sich Gedanken um die Entwicklung der Ortsteile und strebt für sie und ihre Vernetzung mit der Kernstadt eine integrierte Entwicklungskonzeption an. Der Antrag soll in der nächsten Stadtratssitzung erläutert werden.

Zwenkau. Die CDU-Fraktion im Stadtrat Zwenkau macht sich Gedanken um die Entwicklung der Ortsteile und strebt für sie und ihre Vernetzung mit der Kernstadt eine integrierte Entwicklungskonzeption an. Der Antrag soll in der nächsten Stadtratssitzung erläutert werden.

Die Konzeption, die Alexander Wagner, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, anlässlich des letzten Stammtisches kürzlich vorstellte, umfasst die Bereiche Wohnen, Wirtschaft, Grundversorgung und Infrastruktur. Sie soll acht Jahre lang als Richtlinie für Entscheidungen zur Entwicklung der Stadt und die Arbeit der Verwaltung gelten.

Zwenkau verfolge seit vielen Jahren mit verschiedenen Konzeptionen die Entwicklung der sogenannten Kernstadt. So wurde im letzten Jahr das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Insek) verabschiedet. Dieses Konzept betrachte die Entwicklungsmöglichkeiten aus verschiedenen Blickwinkeln, lasse aber die Entwicklungspotenziale der Ortsteile weitestgehend außer Betracht, bemerkte Wagner.
Erhebliche Entwicklung in den Dörfern

Dabei haben sich die einzelnen Ortsteile in den letzten Jahrzehnten in erheblich weiterentwickelt, bedingt durch infrastrukturelle Anbindung, wirtschaftliche Aktivitäten verschiedener Unternehmen sowie die Entwicklung des Zwenkauer Sees. Die außerhalb der Kernstadt liegenden Flächen machen unter Berücksichtigung der Seefläche rund 60 Prozent aus.

Die Entwicklung schreitet durchaus unterschiedlich voran. Die Attraktivität von Rüssen-Kleinstorkwitz hat durch die Ansiedlung eines großen lebensmittelverarbeitenden Unternehmens und den Bestand an Einrichtungen zur Grundversorgung zugenommen. Großdalzig, Kleindalzig und Tellschütz scheinen diesem Trend nicht zu folgen, weil hier die Einrichtungen der Grundversorgung fehlen. Zitzschen hingegen kann nicht nur mit der Nähe zum Zwenkauer Sees punkten, auch der außerordentlich rührige Kultur- und Heimatverein sorgt für Aufwind. Löbschütz werde, so Wagner, in hohem Maße durch die verkehrliche Situation geprägt.
In Ortsteilen noch viel möglich

Die Entwicklungspotenziale in der Innenstadt sind begrenzt, Flächen für Wohnbebauung und wirtschaftliche Entwicklungen stehen nur noch in einem überschaubaren Umfang zur Verfügung. Eine weitere Verdichtung würde aus verkehrlicher Sicht zu Schwierigkeiten führen, auch könnten sich negative Auswirkungen auf die weitere Lebens- und Wohnqualität ergeben, fürchtet die CDU.

Zusätzlich zum Insek soll nun das Inoek zur integrierten Entwicklungskonzeption für die Ortsteile, das die verschiedenen Entwicklungsrichtungen und -ziele sowie die Berücksichtigung der jeweiligen Besonderheiten erfasst, mit Zeiträumen, geplanten Schritten und Gebieten zur Umsetzung etabliert werden.

Für das Wohnen erscheint die Festlegung künftiger Flächen zur Bebauung mit Ein-, Mehrfamilien- oder Mehrgenerationenhäusern notwendig. Die wirtschaftliche Entwicklung sollte die vorhandenen Möglichkeiten nutzen können, aber auch den Notwendigkeiten und Potenzialen der einzelnen Ortsteile einschließlich der Kernstadt gerecht werden.

Die Grundversorgung in den Ortsteilen soll nicht nur in Bezug auf den Einzelhandel, sondern auch in den Bereichen Bildung und Betreuung, Gesundheit und Pflege sowie Freizeit und Umwelt gesichert und sinnvoll ausgebaut werden.
Zwenkau profitiert von Entwicklung

Für eine Entwicklung der Infrastruktur sind die Verkehrsmöglichkeiten vom öffentlichen Personennahverkehr übers Auto bis zum Fahrrad, die Kommunikationsmöglichkeiten, die Notfallversorgung und die Versorgungsmedien zu berücksichtigen. Damit werde die Stadt Zwenkau als Ganzes und als Lebens- und Arbeitsort von hoher Attraktivität weiterentwickelt.

Die Kosten des Inoek, fordert die CDU, seien durch die Verwaltung unverzüglich festzustellen und in die Haushaltplanung des Jahres 2019 aufzunehmen. Außerdem sollten nach Möglichkeit Fördermittel aus dem Leader-Programm beantragt werden.

Von Gislinde Redepenning
LVZ v.14.7.2018

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Im Team wird nach Lösungen für ältere Patienten gesucht


Sana Geriatriezentrum behandelt auch ambulant und sieht sich als Partner der Hausärzte
Von Gislinde Redepenning

Zwenkau. In Zwenkau hat jetzt eine geriatrische Institutsambulanz (GIA) eröffnet. Sie bietet erstmals ambulant eine spezialisierte altersmedizinische Untersuchung an, die bisher nur stationär erfolgen konnte.

Seit Jahren prägt die Altersmedizin den Klinikstandort, der unter einem Dach alle Facetten vereint. Im bisher unterversorgten Landkreis Leipzig ergänzt die geriatrische Institutsambulanz das Angebot der hausärztlichen Praxen mit spezialisierter geriatrischer Betreuung.

Sie bietet eine ambulante Versorgung mit dem Ziel an, ältere Menschen weitestgehend selbstständig in ihrem gewohnten Umfeld zu belassen und einen Krankenhausaufenthalt zu vermeiden. Die Überweisung erfolgt über den Hausarzt, über Neurologen, Psychiater und Ärzte mit Zusatzbezeichnung Geriatrie.

„Wir möchten uns vor allem um ältere Menschen kümmern, die unter multiplen Beschwerden leiden. Dabei, das ist uns wichtig, wollen und werden wir in keinerlei Konkurrenz zu den niedergelassenen Kollegen stehen. Vielmehr sehen wir uns als Behandlungspartner und Unterstützer“, betont Chefarzt Dr. Ralf Sultzer.

Viele seiner Patienten leiden unter mehreren chronischen Erkrankungen, die sich oftmals gegenseitig bedingen und das tägliche Leben beeinträchtigen. Der behandelnde Haus- oder Facharzt darf sich mit ganz individuellen Fragen an die GIA wenden. Das könne, beispielsweise bei bevorstehenden Operationen, altersspezifische Risiken deutlich minimieren.

Qualifizierte Altersmediziner arbeiten im Team mit spezialisierten Pflegekräften, Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, und Sozialarbeitern der Akutgeriatrie zusammen. Gemeinsam beurteilen sie mithilfe eines multiprofessionellen Assessments, der Erfassung von psychologischen und anderen Merkmalen, den Gesundheitszustand des Patienten, um so typische Altersprobleme so früh wie möglich zu erkennen. Dazu gehören Bewegungsstörungen und Altersschwindel, komplexe Beeinträchtigungen kognitiver, emotionaler oder verhaltensbezogener Art, Schmerzsyndrome, Blasenschwäche oder chronische, altersbedingte Gebrechlichkeit sowie Folgen von Medikamenteninteraktionen. Aus den Ergebnissen der Untersuchungen werden konkrete Handlungsempfehlungen mit dem Patienten sowie den Angehörigen besprochen. Der Hausarzt bekommt einen individuellen Behandlungsplan mit Empfehlungen für präventive und rehabilitative Maßnahmen. Darüber hinaus werden Angehörige über Präventionsangebote, Hilfsmittel, Pflegestufen, ehrenamtliche Hilfemöglichkeiten und Selbsthilfegruppen informiert.

Nicht erst mit der Eröffnung der GIA haben die Sana Kliniken Leipziger Land in Zwenkau eine Versorgungsstruktur aufgebaut, die Bedürfnisse älterer Menschen ernst nimmt. Von der ambulanten bis zur stationären Therapie steht der Mensch mit seinen körperlichen, seelischen und sozialen Bedürfnissen und Ressourcen im Mittelpunkt von Pflege, Therapie und ärztlicher Betreuung. Die Bausteine dafür heißen Akutgeriatrie und Frührehabilitation, Geriatrische Institutsambulanz, Tagesklinik sowie Rehabilitation und Klinik für Innere Medizin.

Detaillierte Infos gibt es unter www.geriatriezentrum-zwenkau.de.
LVZ v.23.05.2018

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Tagebausanierer bauen Wirtschaftswege am Zwenkauer See aus


Baustellenzufahrt zum Harthkanal wird verbreitert und asphaltiert / Radfahrer dürfen dann nicht mehr durch
Von Gislinde Redepenning

Zwenkau. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), verantwortlich für die Grundsanierung des ehemaligen Tagebaus, startet Ende Mai am südöstlichen und östlichen Ufer des Zwenkauer Sees mit dem Ausbau der Wirtschaftswege.

„Die bereits vorhandenen Betriebswege werden dabei baulich erweitert und asphaltiert“, teilte Maria Lange, LMBV-Pressesprecherin Mitteldeutschland, mit. Sie würden als Baustellenzufahrt für den weiteren Ausbau des rund 750 Meter langen Harthkanals genutzt. Der soll später einmal als Schlüsselprojekt des touristischen Gewässerverbundes im Leipziger Neuseenland Freizeitkapitänen die Möglichkeit geben, per Boot bis in die Innenstadt nach Leipzig und zum Lindenauer Hafen zu fahren. Er soll auch dazu dienen, das natürliche Überschusswasser aus dem Zwenkauer See abzuleiten.

Die Arbeiten beginnen mit den Wirtschaftswegen drei und fünf. Die für Mitte Mai geplante Baustelleneinrichtung in Höhe der künftigen Einmündung des Harthkanals in den Zwenkauer See verzögert sich. Es gehe wegen umfassender Vorbereitungen erst Ende Mai los, erklärt Maria Lange. Im ersten Bauabschnitt wird die Trasse bis zum Aussichtspunkt und Rastplatz am Kaiserweg fertiggestellt. Das sind rund 920 Meter. Danach steht die etwa 2,2 Kilometer lange Weiterführung bis zum sogenannten LPG-Weg, bei der LMBV heißt er schlicht Wirtschaftsweg 8.1, auf dem Plan. Den nutzen nicht nur die Zwenkauer rege, weil er vor allem Radfahrer sicher durch Wiesen und Wälder zwischen See und Bundesstraße von Zwenkau nach Gaschwitz führt.

Das noch nicht asphaltierte, rund 800 Meter lange Teilstück des LPG-Weges bis zur Höhe des Parkplatzes an der B2 soll voraussichtlich ab Juli ausgebaut werden.

Die LMBV stelle damit im Rahmen der verkehrstechnischen Erschließung ein funktionsfähiges und sicheres Wegenetz her, erklärte Lange. Dass Ausflügler und Pedalritter trotz zahlreicher Verbotsschildern zu Hauf auch auf gesperrten Teilen der Trasse rund um den See unterwegs sind, sei bekannt. „Wir hoffen, dass nichts passiert“, sagte Lange. Sie appelliert nicht nur in der Bauphase mit Vollsperrung für den öffentlichen Verkehr auf Vernunft und Einsicht. Zum einen könne es am Bergbaufolgesee nach wie vor durch geotechnische Gefährdungen zu Böschungsabbrüchen kommen. Zum anderen gebe es rein rechtliche Gründe. Der See sei noch kein reiner Badesee. Er sei noch nicht aus der Bergaufsicht entlassen und unterliege noch dem Bergrecht. Die Sperrung soll voraussichtlich bis Ende des Jahres andauern.
LVZ v. 19.05.2018

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Santa Barbara ist zurück in ihrem Element


Verspäteter Saisonstart mit neuem Glanz und Musik
Von Gislinde Redepenning

Zwenkau. Pünktlich zum langen Wochenende ist die Santa Barbara wieder zurück in ihrem nassen Element. An einem großen Kran wurde sie gestern unter dem Motto „Wenn 40 Tonnen fliegen“ sanft zu Wasser gelassen. Zuvor wurde die alte Dame mit viel Mühe, Schrubbern und Putzmitteln auf Hochglanz gebracht.

Dem Verein Wasser-Stadt-Leipzig war es pünktlich zum Saisonstart gelungen, im Rahmen einer Spendenaktion 700 Euro für einen Ersatz der im Rahmen der Messe „Beach & Boat“ gestohlenen Schiffsglocke der MS Santa Barbara zu sammeln. Vereinsmitglieder sowie Bürgerinnen und Bürger aus Leipzig und Zwenkau haben mit ihrem Obolus zum Kauf einer neuen Glocke beigetragen. Anlässlich des Hafenfestes vergangene Woche hatten Sabine Heymann und Frank Fechner aus dem Vereinsvorstand den Spendenscheck an Benedikt Kahlstadt, Geschäftsführer der Reederei Zwenkau, sowie an Kapitän Swidbert Scholz übergeben.

Am Sonntag geht es zum Auftakt der diesjährigen Touren an Bord musikalisch zu. Die Jazzcompany Chemnitz macht das mit dem Rhythmus des Dixielands der Südstaaten der USA beim „Dixiefrühschoppen“ möglich. Abfahrt ist um 11 Uhr. Rhythm and Blues mit rockigem Grundton lassen am Pfingstmontag, ebenfalls ab 11 Uhr, den Zwenkauer See beben. Unter dem leicht ironischen Namen „Männerselbsthilfegruppe der Bluesfreunde“ geben die Leipziger Musiker einfach alles.
LVZ v. 19.05.2018

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Birken werden mit dem Beil geschlagen


Zitzschener halten Pfingsttradition hoch
Von Gislinde Redepenning

Zwenkau. Rund 20 kräftige Kerle vom Heimatverein Zitzschen waren gestern nach alter Tradition unterwegs, um Pfingstmaien zu schlagen. „Wir haben die Birken nach Absprache mit dem Forstamt aus einem Wald bei Bad Lausick geholt“, erzählte Frank Hofmann aus dem Vereinsvorstand.

Dazu tuckerten die Zitzschener mit einem Traktor, den Karl-Heinz Thieme aus Kitzen zur Verfügung gestellt hatte, und gleich zwei Anhängern hintendran über Land. An die 200 Birken haben sie mitgebracht. „Mit dem Beil geschlagen, wie es sich gehört, nicht abgesägt“, teilten sie mit. Die größte Birke steht vor dem Rathaus. Mit vereinten Kräften und unter dem Beifall der Verwaltungsmitarbeiter hievten die Jungs das mit bunten Bändern geschmückte Prachtstück nach den Anweisungen von Bernd Neidhardt in die Senkrechte. Der Lohn für die Mühe: zwei Kästen Bier vom Bürgermeister Holger Schulz (CDU).

Als die kleineren Pfingstmaien in den Ortsteilen rund um Zitzschen verteilt waren, stand als letzte Aktion das Aufrichten des Zitzschener Baums auf dem Programm. „Wenn das geschafft ist, wird bei uns im Saal das Pfingstbier gezapft“, lachte Hofmann. Wie in jedem Jahr.
LVZ v. 19.05.2018

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Glückliche Bienen machen den Frühling hörbar


Imker Helmut Schroth aus Zwenkau sorgt sich um Artenvielfalt und beobachtet dramatisches Insekten-Sterben
Von Rainer Küster

ZWENKAU. Der Frühling kommt, die Sonne scheint und erste Blüten treiben. Das Erwachen der Natur kann man sogar hören. Aber die Geräusche werden von Jahr zu Jahr leiser. Während Berichte über das Bienensterben für Aufsehen sorgen, nimmt die Zahl der Bienenvölker nicht nur in der Region seit Jahren stetig zu. Was also ist dran am Szenario, dass der Mensch bald mit Pinseln durch die Felder zieht und Pflanzen per Hand bestäubt?

In Rüssen-Kleinstorkwitz geht Helmut Schroth seit 36 Jahren dem Hobby der Imkerei nach. Das Wort des Vorsitzenden des Imkervereins Groitzsch und Umgebung hat Gewicht unter den Imkern in der Region. Deshalb mag es den Laien verblüffen, wenn er vom Experten hört: „Den Begriff Bienensterben mag ich überhaupt nicht. Wenn überhaupt, dann sollten wir vom Insekten-Sterben reden.“

Es sei nicht zu ignorieren, dass Bienen mit der von Menschen veränderten Umwelt ein großes Problem haben. Viele Tiere sterben aus diesem Grund. Doch im Gegensatz zu anderen Insekten haben die Bienenvölker in ihrem Imker eine Art Beschützer. Er kann ihnen helfen, wenn er Krankheiten feststellt. Wenn ein Volk stirbt, kann er einen neuen Stock aufbauen. Wild lebende Insekten haben diese Vorteile nicht, wohl aber die gleichen Probleme. Deshalb zieht es Schroth vor, vom Insekten-Sterben zu sprechen. Dessen Ausmaße seien übrigens weitaus dramatischer, als man es bei der Betrachtung nur einer Art feststellen könne. „Wenn ich vor ein paar Jahren an einem Rapsfeld vorbeigefahren bin, konnte ich hinterher die Windschutzscheibe freikratzen. Heute muss ich dazu oft nicht mal mehr die Scheibenwaschanlage einschalten“, sagt er.

Schroths Grundstück liegt mit Teich und Blumenwiese idyllisch am Dorfrand. Es klingt fast melancholisch, wenn er wie zu sich selbst sagt: „Ich will hier nur naturnah imkern, mit glücklichen Bienen.“

Garanten für gesunde Bestände und gute Erträge gibt es allerdings nicht. „Es ist mitunter erstaunlich, welche Unterschiede es in den Erträgen zwischen Zwenkau und Pegau oder Markkleeberg gibt“, stellt der Imker fest. Er selbst hat zur Zeit zwölf Völker. Ein Viertel seines Bienen-Bestandes hat den Winter nicht überlebt. Das sei viel, meint der Bauingenieur. Im Winter zuvor beliefen sich die Verluste auf lediglich 16 Prozent. Beide Werte lägen in einem vertretbaren Bereich.

Rund 46 Kilogramm Honig pro Volk hat Schroth 2017 geerntet. Es war ein durchschnittliches Jahr, wenngleich deutschlandweit rekordverdächtige 26 000 Tonnen auf die Waage kamen. Aber er imkert nicht nur des Honigs wegen. Ihm geht es um die Natur, die sich der Eingriffe des Menschen kaum noch erwehren kann. Auch deshalb reiht er sich nicht in die Masse jener Kritiker ein, die den Schwarzen Peter für das Insekten-Sterben allein der Landwirtschaft zuschieben wollen. „Ein guter Imker sollte immer mit dem Landwirt im Gespräch sein“, ist Schroth überzeugt. Auf diese Weise könne man oftmals ausgleichende Lösungen finden.

So glaube er nicht, dass allein ein Verbot von Glyphosat spürbare Auswirkungen auf die Bienenbestände hätte. Wenn beispielsweise der Zeitpunkt der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln gemeinsam mit dem Landwirt abgesprochen werde, könne der Imker seine Bienen effektiver schützen.

Dank Helmut Schroth und der vielen anderen Imker in der Region sind die Bienen-Bestände rund um Zwenkau noch nicht gefährdet. Mit dem Summen der Bienen wird das Erwachen der Natur vorerst hörbar bleiben.

LVZ v.14.04.2018

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Zwenkauer See: Unmut zwischen Wachstum und Stillstand


Bürger kritisieren Entwicklung rund um den Hafen / Informationsrunde zur Harthweide am 12. Dezember
Von Ulrike Witt

Zwenkau. Am Hafen und der See-Bebauung scheiden sich die Geister. Die einen freuen sich über die rasante Entwicklung, sind stolz darauf, den anderen geht es zu langsam, ist alles zu modern, zu elitär. Das alte ländliche Zwenkau und das neue „Kapstadt“ sind zwei Welten. Und die Unzufriedenheit wächst.

Von „Stillstand rund um den See“ spricht LVZ-Leser Rainer Plotzki. Weder von Land- noch von Seeseite kämen Besucher – außer am Hafen – legal ans Ufer. Zweireihig stünden die Verbotsschilder, machten es auf 23 Kilometern zum Sperrgebiet. Das „Weitblick“, 2016 beliebter Beach- und Freizeitclub, in diesem Jahr geschlossen, verlottere.

„Über den verbauten Blick auf den Yachthafen könnte man sich streiten“, meint Plotzki. Den „vergessenen Holzkasten“ daneben, ursprünglich Infopoint zur Hafenentwicklung, findet er gar nicht mehr originell. Am technischen Hafen stünden rostige Container. Besucher, die mit der Buslinie 107 ankommen, würden vom Unrat dahinter begrüßt.

Auch den Stadtstrand kritisiert er: „Liebloses Ambiente – und das ist wohlgemerkt die einzige Stelle, wo wir gemäß Allgemeinverfügung legal baden dürfen.“ In der Straße Am Kap seien die Grundstücke bis zum Wasser gezogen. Spaziergänger könnten sich nur die Nase platt drücken. „Stellenweise ist es wie im Gewerbegebiet“, moniert Plotzki und sieht sich mit vielen Zwenkauern einig. Er mahnt mit Blick auf das neue Wohngebiet Harthweide Kompromisse an.

„Der See gehört noch dem Tagebausanierer LMBV. Es geht um rechtliche Fragen wie die Zuständigkeit im Schadenfall“, erklärt Andreas Schmidt, Geschäftsführer der Sächsischen Seebad Zwenkau (SSZ), die Eigentümer und Projektentwickler der Uferflächen ist, die Sperrzonen. Im nächsten Jahr werde mit dem Start des Harthkanalbaus eine weitere für die Verklappung des Erdaushubs auf dem See hinzukommen, voraussichtlich für drei bis vier Jahre. „Der See und die Ufer sind noch Baustelle. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, mit allem Konfliktpotenzial“, macht Schmidt deutlich.

Vieles sei temporär, auch die Container am Hafen. „Wir wollten frühzeitig Nutzungen etablieren. Mehr als den symbolischen Euro Miete können die Vereine gar nicht zahlen“, betont Schmidt. Den Strand habe die Stadt von der LMBV pachten müssen. „Wenn der Harthkanal fertig ist, steigt der See um einen Meter. Der Strand wird zu einem Drittel überflutet sein. Insofern stellt sich die Frage, was kann jetzt sinnvoll investiert werden“, so der SSZ-Chef. Er sehe das Areal künftig als Einstieg für Taucher und Katamarane, einen Badestrand im Bereich Harthweide.

Das „Weitblick“ werde 2018 wieder öffnen, verkündet Schmidt, die rechtlichen Voraussetzungen seien geschaffen. Für den „Holzkasten“ werde an einer neuen Projektidee gearbeitet. „Vieles ist ganz subjektiv. Wir tun einiges für die Aufenthaltsqualität. Aber die Bänke auf der Mole sind zerstört worden oder im Wasser gelandet. Das muss ja auch alles finanziert werden“, sagt Schmidt.

See und Hafen sollen ein eigenes Gesicht erhalten: sportlich, modern. „Sonst locken wir die Leipziger nicht hier raus“, meint Schmidt. Ideen gebe es viele: So soll das Leipziger Ufer im Nordwesten beim Hafenfest 2018 erstmals als Erlebniszone zugänglich gemacht werden. Die Landesjugendmeisterschaften im Segeln Anfang Juni, die Dyas-Meisterschaften im August und der Eythra-Cup seien feste Größen. Freuen könnten sich Zwenkauer und Auswärtige auch auf das 2. Neuseenland-Musikfest und das Sommerkino.

„Vieles ist in der Entwicklung. Dazu zählen auch das Verkehrs- und Parkkonzept“, räumt Schmidt ein. Hier sei die Stadt in der Pflicht. Gemeinsam mit Bürgermeister Holger Schulz (CDU) lädt er am 12. Dezember zu einer Informationsveranstaltung zur Harthweide ein. Sie beginnt um 17 Uhr im Ratssaal.

LVZ v.24.11.17

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Schadstoffblase unterm Chemiestandort: Grundwasser wird gereinigt


Unter dem Chemiestandort Böhlen-Lippendorf ist der Boden nach wie vor verseucht. Im Rahmen des Ökologischen Großprojekts laufen jetzt zwei Bauvorhaben an, um mögliche negative Folgen einzudämmen. Sie sollen die Ausbreitung des Grundwasserschadens verhindern und das Schadstoffpotenzial verringern.

Böhlen/Lippendorf
An der Straße zwischen Lippendorf und Zwenkau haben jetzt Arbeiten begonnen, die im Zusammenhang mit dem sogenannten Ökologischen Großprojekt (ÖGP) Böhlen stehen. Dahinter verbirgt sich der Versuch, die noch immer bestehende großflächige Verunreinigung des Erdreiches unter dem Chemiestandort Böhlen-Lippendorf in den Griff zu bekommen und negative Auswirkungen einzudämmen.

Den Chemiestandort bei Lippendorf und Böhlen gibt es seit 1921. Heute lagern im Boden unter dem Areal, auf dem der Chemiekonzern Dow und etliche weitere Firmen angesiedelt sind, geschätzte 4000 Kubikmeter schädlicher Kohlenwasserstoffverbindungen. Die Bodenverunreinigung ist Folge des früheren Betriebes, von Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg und von großflächigen verunreinigenden Ablagerungen in der DDR.

Hinsichtlich der Bodenverunreinigung noch nicht viel passiert

Das ÖGP läuft seit 1995. Eingebunden sind der Freistaat Sachsen, der Landkreis Leipzig und die Firma Dow als Hauptnutzer des Geländes. Bisher wurden hauptsächlich oberirdische Projekte umgesetzt. Unter anderem wurden Ascheabsetzbecken saniert und abgedeckt, ebenso Sondernutzungsflächen, auf denen früher Teer gelagert worden ist. Seit dem Start des Projektes sind rund 29 Millionen Euro ausgegeben worden

Hinsichtlich der Bodenverunreinigung ist dagegen noch nicht all zu viel passiert. Was auch daran liegt, dass Kompetenzverschiebungen und die Verwaltungsreform 2008 für einige Jahre weitgehenden Stillstand bei der Planung neuer Maßnahmen sorgten. Auf Grund des Umfangs der Verunreinigung verfolgt niemand ernsthaft das Ziel, den Boden dauerhaft und komplett zu reinigen. Ein kompletter Bodenaustausch ist schon rein praktisch nicht möglich, weil die Industrieanlagen darauf stehen. Und das Abschöpfen der Schadstoffe ist eine Sisyphusaufgabe. Das verdeutlicht Fred Richter, seitens der Dow für das ÖGP zuständig: Auf dem Gelände verteilt gibt es 20 Brunnen, die die Schadstoffe aufnehmen. Die schaffen zusammen zehn, bestenfalls 30 Kubikmeter in einem Jahr, sagt er.

Rund 500 Messstellen analysieren die Bodenbelastung regelmäßig. Daraus wird ersichtlich, dass sich die Kohlenwasserstoffblase unter dem Chemiestandort langsam bewegt. In Richtung Südwest auf den Tagebau Peres zu und in nordöstlicher Richtung auf Böhlen und die Pleiße zu. Zum Schutz des Tagebaus wurde schon 2013 eine Drainage eingebaut, die kontaminiertes Grundwasser abfängt, reinigt und der Wasserhaltung im Tagebau zuführt. Jetzt, so heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Landratsamtes soll im Schadenszentrum ein Horizontalfilterbrunnen gebaut werden, der das hoch kontaminierte Grundwasser fassen soll. Die Technologie ist ein Novum, heißt es seitens des Landratsamtes. Zwar gebe es Erfahrungen mit Horizontalfilterbrunnen, noch nie seien die aber in kontaminiertem Grundwasser gebaut worden. Den rund 25 Meter tiefen Brunnen baut ein Spezialunternehmen aus Mindelheim in Süddeutschland. Sollte die Anlage die gewünschten Effekte bringen, würden in den nächsten Jahren weitere errichtet.
Grundwasserschaden soll sich nicht weiter ausbreiten

Auf der anderen Seite der Schadstoffblase hält die Dow bisher ein Gewässer, das Rundteil, auf einer festgelegten Wasserspiegelhöhe, um damit den Abfluss des Grundwassers in Richtung Böhlen zu verhindern. Jetzt soll in dem Bereich eine Drainage für das Grundwasser gebaut werden. Das gereinigte Wasser wird dann dem See zugeführt. „Wir haben das Gefühl, dass wir jetzt auf der Zielgeraden sind“, sagt Fred Richter angesichts der angeschobenen Baumaßnahmen.

Deren Zielrichtung beschreibt das Landratsamt in der am Mittwoch verbreiteten Mitteilung wie folgt: „Mit den nun eingeleiteten Maßnahmen soll die Ausbreitung des Grundwasserschadens verhindert und das Schadstoffpotenzial verringert werden.“

Von André Neumann

LVZ v.1.11.17

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Ja zur Harthweide – Abstimmung gerät zur Farce


Im zweiten Anlauf hat der zweite Entwurf für das neue See-Wohngebiet Harthweide am Donnerstagabend den Stadtrat passiert. Das Prozedere geriet angesichts der Mehrheitsverhältnisse zur Farce. Gegen die mit acht Leuten fast vollzählig angetretene CDU-Fraktion, die auch noch durch die Linken und CDU-Bürgermeister Holger Schulz verstärkt wurde, hatten drei Freie Wähler keine Chance.

Zwenkau. Im zweiten Anlauf hat der zweite Entwurf für das neue See-Wohngebiet Harthweide am Donnerstagabend den Stadtrat passiert. Das Prozedere geriet angesichts der Mehrheitsverhältnisse zur Farce. Gegen die mit acht Leuten fast vollzählig angetretene CDU-Fraktion, die auch noch durch die Linken und CDU-Bürgermeister Holger Schulz verstärkt wurde, hatten drei Freie Wähler keine Chance (die LVZ berichtete).

Elf Mal Ja, drei Mal Nein - so lautete das Ergebnis bis auf wenige Ausnahmen bei weit über 50 Abwägungspunkten. Auf eine Blockabstimmung hatte Schulz diesmal bewusst verzichtet. Die CDU-Leute konnten ihre Heiterkeit nicht verbergen. Für die Freien Wähler, die nach dem überraschenden Sieg vor vier Wochen Morgenluft gewittert hatten, demütigend. Schulz rief seine Mannen mehr gespielt zur Ordnung: „Entschuldigen Sie, ich muss erkennen, wo es Dissens gibt.“

Fakt ist: Wäre die Vorlage schon im September generalstabsmäßig angegangen worden, hätte er sich die zweite Runde sparen können. Damals hatte eine 20-seitige Tischvorlage selbst zwei CDU-Leute zur Enthaltung getrieben. Zudem war die CDU nur mit fünf von neun Leuten angetreten und auch die beiden Linken hatten sich enthalten. Allerdings stellt sich die Frage, warum die Freien Wähler bei der von ihnen gepushten Brisanz nicht zu fünft erschienen sind?

Die Linke Ursula Herrmuth ging als einzige auf die Anwohner ein. Sie hatten in einem Brief an alle Stadträte ein Stopp des Bebauungsplanverfahrens gefordert. „Wir brauchen keine Anweisungen, aber (- und das ging an Schulz -) wir sollten unbedingt auf die Sorgen der Anwohner eingehen. Es gibt Punkte, wo man sich entgegenkommen kann.“

Von Ulrike Witt

LVZ v.28.10.2017

Als Antwort auf Forum Zwenkau

Heiterkeit

"Die CDU-Leute konnten ihre Heiterkeit nicht verbergen..." - und danach waren sie alle noch zusammen in der Kneipe und haben den "Sieg" begossen. Ich hoffe, dass die betroffenen Anwohner ihre Heiterkeit ebenfalls nicht verbergen werden, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse nach der nächsten Kommunalwahl verschieben werden. Mir ist vollkommen unbegreiflich, wie gewählte "Bürgervertreter" derart die Anliegen der Anwohner ignorieren können. Da fragt man sich als nicht direkt Betroffener schon, was die CDU-Leute antreibt ... Sie sollten sich schämen und nicht noch darüber lachen! Mehr als peinlich für das Vorzeige-Städtchen Zwenkau!

Zwenkauer

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Radfahrer müssen ab 9. Oktober Straßen nutzen


Zwenkau setzt Anregung von Planern und Polizei um
Von Ulrike Witt

Zwenkau. Vorsicht Radfahrer: Ab Montag gibt es die bislang im innerstädtischen Bereich von Zwenkau verbreiteten kombinierten Geh-/Radwege nicht mehr. Die Gehwege sind künftig Fußgängern vorbehalten, Radfahrer ab zehn Jahren müssen die Straßen nutzen.

„Mit der neuen Regelung setzen wir einen Vorschlag aus dem im Frühjahr verabschiedeten Verkehrskonzept um“, erklärt Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Die Verkehrsplaner hätten geraten, sich von dieser nicht mehr zeitgemäßen Kombination, die sich in Zwenkau zudem als erhebliche Gefahrenquelle erwiesen habe, zu verabschieden. Bestätigt worden sei dies bei einer Verkehrsschau Ende August mit der Kreis-Straßenverkehrsbehörde und der Polizei, so Schulz.

Mehrfach hatte es in den vergangenen Jahren in Zwenkau schwere Unfälle mit Radfahrern gegeben, zuletzt Mitte September an der Leipziger Straße/Großdeubener Weg. Die Kreuzung gilt schon länger als Unfallschwerpunkt.

Die Änderung betrifft aber nicht nur die Leipziger Straße, sondern auch die Pegauer Straße, die Bahnhofstraße, die Zeschwitzer Straße, die Bornaer Straße sowie das Gewerbegebiet an der Bundesstraße 2 (B 2) mit Baumeister- und Spenglerallee.

Einzige Ausnahme sei die Bornaer Straße zwischen Baumeisterallee und B 2. „Auf der Tankstellenseite bleibt der kombinierte Geh-/Radweg erhalten, damit Radfahrer sicher über die Bundesstraße und auf den Radweg entlang der Staatsstraße 71 gelangen“, erläutert der Rathauschef. Unberührt bleiben auch der Radweg Zwenkau-Groitzsch, der Radweg entlang der B 186 und der Seerundweg. Letzterer sei als reiner Gehweg mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ klassifiziert, so Schulz.

Wichtig: Es wird in Zwenkau keine separate Markierung von Radbereichen, wie etwa in Leipzig, auf den Straßen geben. „Ich möchte die Zwenkauer dringend bitten, sich an die neue Regelung zu halten. Zu ihrem eigenen Schutz“, betont der Bürgermeister. Die blauen Verkehrsschilder werden laut Bauamtsleiterin Steffi Gebauer, die für das Projekt verantwortlich ist, ab der zweiten Oktoberwoche abgebaut. Später sollen sukzessive kleinere bauliche Maßnahmen an den dann reinen Gehwegen umgesetzt werden.

Ausgenommen von der neuen Verkehrsregelung sind natürlich Kinder. Darauf weist Schulz hin. Gemäß Straßenverkehrsordnung dürfen diese bis zum vollendeten 8. Lebensjahr in Begleitung eines Elternteils beziehungsweise einer Person ab 16 Jahren bis zum vollendeten 10. Lebensjahr allein auf Gehwegen mit dem Rad fahren.

LVZ v.5.10.2017

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Eklat um Wohngebiet:


Mit einem Paukenschlag ist am Donnerstagabend die Stadtratssitzung zu Ende gegangen: Die Freien Wähler haben die Abwägung für das neue Wohngebiet am Zwenkauer See, die Harthweide, platzen lassen. Damit dürfte der für dieses Jahr vom Eigentümer Sächsische Seebad Zwenkau (SSZ) geplante Erschließungsbeginn hinfällig sein.

Zwenkau. Mit einem Paukenschlag ist am Donnerstagabend die Stadtratssitzung zu Ende gegangen: Die Freien Wähler haben die Abwägung für das neue Wohngebiet am Zwenkauer See, die Harthweide, platzen lassen. Damit dürfte der für dieses Jahr vom Eigentümer Sächsische Seebad Zwenkau (SSZ) geplante Erschließungsbeginn hinfällig sein. Unterstützung bekamen die Freien Wähler zu ihrer eigenen Überraschung von Teilen der CDU und den Linken.

Über eine Stunde verlasen Bauamtsleiterin Steffi Gebauer und Bernd Knoblich vom gleichnamigen Ingenieurbüro das Abwägungsprotokoll zum Bebauungsplan Harthweide: Ursprünglich 45 Seiten dick mit Anregungen der Träger öffentlicher Belange, darunter der Landkreis, der Tagebausanierer LMBV und Naturverbände, – und neun Stellungnahmen von Anwohnern vornehmlich aus dem Großdeubener Weg. Ergänzend hatten die Stadträte vor der Sitzung noch eine 20-seitige Tischvorlage erhalten.

Der Inhalt: Von behördlicher Seite im Grunde nur kleinere Ergänzungen zum Hochwasser-, Natur- und Artenschutz – nichts, was den Bebauungsplan gefährden würde. Anders die Anwohner: Sie wehren sich vehement gegen das Wohngebiet, führten sachliche Argumente wie die zu erwartende starke Verkehrsbelastung im Großdeubener Weg an, aber auch skurrile, wie mögliche tote Katzen. Dass die Zwenkauer über die Baupläne der SSZ nicht begeistert sind, ist nicht neu. Viele fürchten, dass die Harthweide Nachteile bringt: mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Müll vor ihren Haustüren.

Womit die Stadtverwaltung nicht gerechnet hatte, dass sich die Freien Wähler mit den Anwohnern solidarisieren. Stadtrat Uwe Penz zückte plötzlich eine Stellungnahme. „Es ist richtig, dass die Freien Wähler in den zurückliegenden Stadtratssitzungen grundsätzlich alle erforderlichen Maßnahmen mitgetragen haben. Inzwischen stellen wir uns aber die Frage, ob die Bebauung in der geplanten Form und im geplanten Umfang tatsächlich notwendig ist“, erklärte er. Ein Großteil der Einwendungen der Anwohner blieben unberücksichtigt, weil sie – rechtlich zwar korrekt - nicht Inhalt des Bebauungsplanes sind.

Dann schoss Penz gegen die SSZ: „In erster Linie dient der Bebauungsplan dazu, dass ein privater Investor Erschließungen vornimmt, um Grundstücke mit maximaler Gewinnorientierung zu vermarkten.“ Eine städtebauliche Notwendigkeit aus Sicht der Stadt sei zumindest aktuell nicht oder nur bedingt gegeben. Außerdem zweifelten die Freien Wähler, ob den Käufern der rund 80, längst reservierten Grundstücke bewusst sei, dass durch ihr Wohngebiet über den Leichenweg eine zweite Haupterschließungsstraße zum Kap geführt werden soll.

Was Penz zu diesem Zeitpunkt nicht ahnte, die Freien Wähler erhielten diesmal Unterstützung aus den anderen beiden Fraktionen. Seit dem Rückzug der SPD-Fraktion hatten die fünf Freien Wähler gegen die CDU-Fraktion keine Chance, brachten in den letzten anderthalb Jahren nicht einen Antrag durch. Allerdings war die Konstellation am Donnerstag ausgesprochen günstig, die CDU-Fraktion mit fünf von neun Mitgliedern schwach besetzt. Und zwei CDU-Räte enthielten sich auch noch, ebenso die beiden Linken. So dass die Abstimmung letztlich mit vier Ja- und vier-Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen platzte.

Dabei hatte sich CDU-Stadtrat Alexander Wagner erst in letzter Sekunde pro Abwägung entschieden. Kurz zuvor monierte der stellvertretende Bürgermeister noch die umfängliche Tischvorlage. „So kann ich nicht abstimmen“, meinte er. Als Wagner dann das Ja-Kärtchen zückte, rieb sich mancher die Augen. „Als ich sah, wie die anderen abstimmen, habe ich mich umentschieden. Es muss doch weitergehen. Zwenkau braucht die neue Kita in der Harthweide dringend“, begründete Wagner gestern seinen Zick-Zack-Kurs. Wie berichtet, fehlen bis 2019 mindestens 180 Kita-Plätze in der Stadt.

Bürgermeister Holger Schulz (CDU) platzte fast vor Wut: „So was habe ich noch nicht erlebt.“ Jetzt müsse die Abwägung aufwendig rechtlich geprüft werden. „Vom Tisch ist der B-Plan damit nicht. Die Abwägung kommt wieder in den Stadtrat. Wann, weiß ich im Moment noch nicht. Definitiv lasse ich dann nicht im Block, sondern jeden Punkt einzeln abstimmen“, kündigte Schulz an.

SSZ-Geschäftsführer Andreas Schmidt gab sich am Freitagmorgen betont entspannt: „Ich sehe das nicht so dramatisch. Es zeigt, dass der Stadtrat nicht nach der Pfeife eines Großinvestors tanzt, sondern sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt.“ Verwundern würde ihn allerdings, dass die Freien Wähler jetzt reagieren. Nach der Offenlage des ersten Entwurfs im Frühjahr habe es 20 Stellungnahmen von Bürgern gegeben, jetzt, zum überarbeiteten Entwurf nur noch neun. Außerdem sei das Baugebiet gemäß geltendem Flächennutzungsplan als Mischgebiet ausgewiesen. Das nun geplante reine Wohngebiet käme den Nachbarn doch eigentlich entgegen. Von Ulrike Witt

LVZ v. 30.9.2017

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Zwenkauer Klinik ab Montag komplett in Sana-Hand


Ab Montag segelt das Geriatriezentrum Zwenkau unter blauer Sana-Flagge. Die Klinik in der Pestalozzistraße ist dann nach drei bewegten Jahren mit zwei Hausherren – Sana und Helios – wieder in einer Hand.

Zwenkau. Ab Montag segelt das Geriatriezentrum Zwenkau unter blauer Sana-Flagge. Die Klinik in der Pestalozzistraße ist dann nach drei bewegten Jahren mit zwei Hausherren – Sana und Helios – wieder in einer Hand.

Dr. Ute Haase, Helios-Geschäftsführerin am Standort Zwenkau, überreichte Sana-Geschäftsführer Martin Jonas im Beisein von Chefarzt Dr. Ralf Sultzer, Ärzten, Pflegekräften und weiteren Mitarbeitern am Freitagmittag symbolisch den Schlüssel fürs Geriatriezentrum. „14 Jahre sind wir in Zwenkau unter Helios-Flagge gesegelt. Es gab stürmische Zeiten und Flauten. Wir sind aber immer dort angekommen, wo wir wollten. Jetzt können wir das Schiff generalüberholt, mit einer fantastischen Mannschaft übergeben“, erklärte Haase emotional berührt.

Jonas freute sich, dass die Zwenkauer Klinik mit Innerer Abteilung und Geriatrie nach der 2014 kartellrechtlich erzwungenen Trennung wieder zusammenwachsen kann: „Akut und Reha gemeinsam zum Wohle der Patienten.“ Sein Geschenk ans Team: „Das Geriatriezentrum soll als altersmedizinisches Zentrum anerkannt werden. Der Antrag liegt dem Ministerium in Dresden ganz frisch vor. Das wäre die Krönung Ihrer Arbeit“, so Jonas zu den Mitarbeitern.

Bürgermeister Holger Schulz (CDU) versicherte Jonas, das zur Bornaer Sana Klinik gehörende Krankenhaus weiter zu unterstützen, wenn nötig, auch das Eis im Hafen aus dem Weg zu räumen. Von Ulrike Witt

LVZ v. 30.9.2017

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Böhlen fordert: Bergamt muss Aufsicht über Kippenfläche Ost behalten


Die Stadt Böhlen lehnt die Beendigung der Bergaufsicht auf dem Gebiet der Kippenfläche Ost des Tagebaus Zwenkau ab. Der Stadtrat hat sich entsprechend positioniert. Der Grund: Laut Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) funktioniert die Entwässerung nicht, bei Starkregen laufen Grundstücke in Großdeuben mit Wasser voll.

Böhlen. Die Stadt Böhlen lehnt die Beendigung der Bergaufsicht auf dem Gebiet der Kippenfläche Ost des Tagebaus Zwenkau ab. Der Stadtrat hatte sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend entsprechend positioniert. Der Grund: laut Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) funktioniere die Entwässerung nicht, weshalb bei Starkregenereignissen das Wasser in die Böhlener Ortslage Großdeuben fließe. „Und solange es keine Lösung dafür gibt, muss das Oberbergamt aus unserer Sicht die Aufsicht weiterhin übernehmen“, erklärt der Rathauschef.

Das Sächsische Oberbergamt hatte kürzlich die Stadt um eine Stellungnahme zu dem Sachverhalt gebeten, erhält nun aber von der Verwaltung einen abschlägigen Bescheid. Laut Bergamt solle das anfallende Oberflächenwasser auf den Kippenflächen versickern oder werde in Gräben aufgefangen.

„Allerdings haben die weder eine Verbindung zueinander noch einen Abfluss“, sagt Berndt. Demzufolge ließen die Kippenböden eine selbstregulierende Entwässerung nicht zu. Konkret heißt das, dass in der Vergangenheit einige Grundstücke in Großdeuben bereits unter Wasser standen, wenn es lange und stark geregnet hatte.

Einstimmig folgten die Stadträte am Donnerstag der Begründung in der Beschlussvorlage, in der es heißt, dass auch in Zukunft damit zu rechnen sei, „dass die Gesundheit Dritter, deren Schutz im öffentlichen Interesse liegt, beeinträchtigt wird und auch gemeinschädliche Einwirkungen eintreten“.

Die Stadt Böhlen hatte bereits kürzlich gegenüber dem Oberbergamt Erfolg. Das wollte die Entwässerung von Baugruben für die neue Fernwärmeleitung, die im Zuge der Bauarbeiten an der Autobahn 72 entsteht, über die vorhandenen Gräben ableiten. Allerdings legte die Kommune ihr Veto aus genannten Gründen ein. Von Julia Tonne

LVZ v. 29.9.2017

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Vierseithof wurde mit Ile-Fördermitteln saniert


Zwenkau . Raum für Raum haben sie ihren Betrieb ausgebaut. Jetzt wollen Silvia und Manfred Ackermann zum ersten Mal ihren Vierseithof in Kleindalzig nicht nur für Kunden öffnen. Zwischen 9 und 16 Uhr können alle Neugierigen am Samstag den Landhandel für sich entdecken.

„Unser Sortiment richtet sich nicht an große Agrarbetriebe, sondern an die ländliche Bevölkerung mit einem Stück Land hinterm Haus oder Städter mit einem Garten“, erklärt Manfred Ackermann. Der 44-Jährige stammt aus dem Schwarzwald. 1999 kam der Landwirtschaftsmeister nach Kleindalzig, verliebte sich und blieb. Seine Frau Silvia, 36, ist gelernte Bürokauffrau und auf dem Hof aufgewachsen. „Meine Großeltern hatten das Grundstück in den 1930er-Jahren übernommen. Mein Vater machte sich nach dem Ende der DDR als Wiedereinrichter selbstständig“ erzählt sie.

Haupterwerb ist bis heute der Agrarbetrieb der Ackermanns. Gut 200 Hektar bewirtschaften sie rund um Dalzig. Hafer, Raps, Weizen, Gerste und Rüben werden angebaut, ein Großteil landet als Futtermittel im eigenen Landhandel. Gereinigt und aufbereitet werden die Marktfrüchte in der großen Halle gelagert. Mit Ile-Fördermitteln wurde die, wie fast der gesamte Hof, in den vergangenen sechs Jahren gebaut beziehungsweise modernisiert. Nur das Privathaus erinnert noch an frühere Zeiten. „Der Betrieb geht vor und eigentlich bräuchten wir für die Landmaschinen noch eine Halle“, betont Manfred Ackermann.

Ihre Kunden kommen aus der Region: angefangen von den Nachbarn aus den Zwenkauer und Markranstädter Ortsteilen über Pegau und Kitzen bis nach Profen und Theisen. Nach dem Umsatzeinbruch durch die Geflügelpest samt Stallpflicht im Winter hoffen die Ackermanns jetzt auf einen guten Frühling und den Sommer. „Unser Angebot orientieren wir an den Wünschen der Kunden“, sagen sie. Mit ihren beiden Mitarbeitern setzen sie angesichts von unzähligen, meist günstigeren Garten- und Baumärkten sowie Online-Handel ganz bewusst auf persönliche Beratung und Service vor der Haustür. Ulrike Witt

LVZ v.26.04.2017

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„Mut, Leidenschaft und Ideen“ – eine Lobeshymne auf Herbert Ehme


Neujahrsempfang in Zwenkau: Alt-Bürgermeister wird Ehrenbürger / Freude über gute Stadtentwicklung
VON ULRIKE WITT

Zwenkau. Glücklicher hätte Herbert Ehme wohl kaum sein können. Sein Amtsnachfolger Holger Schulz verlieh dem Alt-Bürgermeister (beide CDU) am Freitagnachmittag beim Neujahrsempfang im Rathaus im Beisein zahlreicher Vertreter aus Kommunalpolitik, Wirtschaft, Schulen und Vereinen die Ehrenbürgerschaft der Stadt Zwenkau.
„Ich bin stolz und dankbar", erklärte der 75-Jährige sichtlich gerührt. Die Auszeichnung habe für ihn einen höheren Stellenwert als das Bundesverdienstkreuz, das er 2012 erhalten hatte. „Weil die Ehrenbürgerschaft würdigt, was ich in 18 Amtsjahren für meine Zwenkauer getan habe." Er dankte dem Stadtrat, der ihm bei richtungsweisenden Entscheidungen vertraut habe, den kleinen und großen Investoren, darunter Belantis und die Sächsische Seebad Zwenkau (SSZ), für ihren Mut und den Rathausmitarbeitern für ihren Einsatz. „Sie haben immer etwas mehr gemacht, als es ihre Pflicht gewesen wäre", sagte Ehme.

Professor Andreas Berkner, Leiter der Regionalen Planungsstelle Westsachsen, würdigte ihn in seiner Laudatio: „Sie stehen für Mut, Leidenschaft und Ideenreichtum. Als politischer Quereinsteiger haben Sie 1990 frischen Wind ins Rathaus gebracht." Ehme habe dafür gesorgt, dass sich die Menschen in einer Stadt, deren Zukunft Ende der Achtziger auf der Kippe stand, heute wieder wohlfühlen. „Sie haben die Weichen für das neue Zwenkau gestellt, aus Visionen Wirklichkeit werden lassen", so Berkner, der Ehme 1992 im Braunkohlenausschuss kennengelernt hatte. Ganz persönlich fügte er hinzu: „Ich mag verlässliche Menschen wie Sie, die klare Worte finden und ihren Standpunkt vertreten."

Berkner erinnerte an Meilensteine wie die Menschenkette im Februar 1993, als Tausende an der B 186 die Einstellung des Tagebaus forderten, an den Masterplan für den Zwenkauer See, an den Freizeitpark Belantis, an die Gewerbegebiete und an die „Santa Barbara". „Etwas über zwölf Wochen hat es von der Idee bis zur Schiffstaufe 2008 gebraucht. Das war am Ende Ihrer Amtszeit ein schönes Symbol, wie schnell etwas gehen kann, wenn es gewollt ist", so Berkner. Schmunzelnd fügte er hinzu: „Wir hoffen alle, dass weitere Kapitel hinzukommen. Sie sind ja als Kreisrat, Leiter der AG See und in etlichen Vereinen aktiv. Für die Seniorenresidenz ist es jedenfalls zu früh."

Dass sich Ehme weit über die Stadtgrenzen hinaus einen exzellenten Ruf erarbeitet hat, machte die Grußbotschaft der „Hattener Runde" deutlich – einer Vereinigung von ost- und westdeutschen Bürgermeistern nach der Wende. „Seine Geradlinigkeit und seine Durchsetzungskraft haben uns immer beeindruckt", schrieb stellvertretend der Bad Sulzaer Bürgermeister Johannes Hertwig. Ein weiteres Lob, das mit herzlichem Applaus im Ratssaal kommentiert wurde.

Applaus gab es auch für die Zahlen und Fakten, die der amtierende Bürgermeister bei seiner traditionellen Rückschau präsentierte. „Höhere Einnahmen bei Gewerbe-, Einkommen- und Grundsteuer beweisen, dass sich die Wirtschaft positiv entwickelt und die Grundstücke am See gefragt sind." Bei der Einwohnerzahl werde die magische 10 000 angepeilt, aktuell seien es 9202. „Was uns aber auch in Zugzwang bringt. Wir müssen 180 neue Kita-Plätze bis 2020 schaffen und sehen, dass Zwenkau wieder eine Oberschule bekommt", sagte Schulz.

Für 2017 kündigte er unter anderem die Fertigstellung des Blockheizkraftwerkes im Schulzentrum, den Kauf eines Rettungsbootes für die Feuerwehr und im Sommer den Start der Erschließung fürs neue Wohngebiet Harthweide an. Freuen könnten sich dank der bis 31. Mai 2020 verlängerten Mastergenehmigung schon alle auf die nächste Wassersportsaison. Sicher sei jetzt auch das Sportstadion am Eichholz. „Seit 1. Januar ist das Gelände im Eigentum der Stadt und damit die Voraussetzung für Investitionen geschaffen", verkündete Schulz.

LVZ v.16.01.2017

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Neue Rettungswache in Zwenkau


Vom ersten Spatenstich bis zur Übergabe hat es nur 226 Tage gedauert
Zwenkau. Die neue Rettungswache in der Bahnhofstraße wurde gestern feierlich eingeweiht. Nach knapp acht Monaten Bauzeit fand im Beisein von Vertretern der Baufirmen die Übergabe an die Mitarbeiter der DRK Rettungsdienst und Krankentransporte Leipzig und Umland gGmbH statt.

Der Neubau für rund 1,2 Millionen Euro soll in den nächsten 50 Jahren das Domizil für Notfallrettung und Krankentransport der Region sein. „Wir sind sehr froh, aus den bisher beengten Verhältnissen in die neue Wache ziehen zu können", freute sich der Rettungsdienstleiter und stellvertretende Geschäftsführer Gunter Philipp. Alle Richtlinien, beispielsweise für die Desinfektion oder die Lagerung von Medikamenten seien viel einfacher einzuhalten. Die Fahrzeuge stünden nun in einer Garage statt in einem Carport. Rettungswachenleiter Uwe Bergholz hob das Wohl seiner 20 Mitarbeiter hervor, die unter deutlich besseren Bedingungen arbeiten könnten.

Carola Schneider zählte als Geschäftsführerin des Rettungszweckverbandes der Versorgungsbereiche Landkreis Leipzig und Region Döbeln (RZV) rekordverdächtige 226 Tage Bauzeit im Rahmen des Kostenbudgets bis zur pünktlichen Übergabe. Lediglich ein paar kleine Nacharbeiten und die Vervollständigung der Möblierung stünden noch bis zur Inbetriebnahme am 1. Februar auf dem Programm, so Schneider. „Wahnsinn, was alle Firmen hier geleistet haben", lobte Thomas Siegert, RZV-Projektleiter.

Den ersten Spatenstich auf der grünen Wiese habe er nur mit Mühe in den festen Boden setzen können, erinnerte sich Landrat Henry Graichen (CDU). Danach ging es rasant voran. Als Vorsitzender des RZV zeigte Graichen die Standortvorteile auf: „Das Grundstück, das uns die Stadt Zwenkau zur Verfügung gestellt hat, liegt deutlich günstiger als das in der Innenstadt. In wenigen Sekunden ist man auf der B 2." Symbolträchtig ertönte inmitten seiner Rede ein Notsignal. Die Besatzung des vor dem Haus geparkten Rettungswagens stürmte davon und brauste mit Blaulicht zum ersten Einsatz.

Rund 5000 Einsätze der Notfallrettung und 4100 Krankentransporte werden jährlich von der neuen Rettungswache aus starten. Die Zahlen sollen eher wachsen. Das prognostizierte auch Bürgermeister Holger Schulz (CDU) mit Blick auf die Entwicklung der Stadt und versprach den Verantwortlichen mit Augenzwinkern: „Wir haben noch Platzreserven, falls eine Erweiterung nötig sein sollte. In spätestens fünf Jahren melden wir uns wieder." Gislinde Redepenning

LVZ v.23.12.2016

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Ticketverkauf für das 1. Neuseenland Musikfest gestartet


Kurz vorm Weihnachtsfest startet jetzt der Kartenvorverkauf für das 1. Neuseenland Musikfest. Das findet vom 29. Juni bis 2. Juli am Zwenkauer Hafen statt (die LVZ berichtete) und soll das Sommer-Klassik-Event werden.
Von Ulrike Witt

Zwenkau. Kurz vorm Weihnachtsfest startet jetzt der Kartenvorverkauf für das 1. Neuseenland Musikfest. Das findet vom 29. Juni bis 2. Juli am Zwenkauer Hafen statt (die LVZ berichtete) und soll das Sommer-Klassik-Event werden.
„Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern", wischte Generalmusikdirektor Wolfgang Rögner gestern bei der Programmpräsentation charmant jeden Zweifel weg. Der Chefdirigent des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) hatte die Idee, ist inzwischen Vorsitzender des extra gegründeten „NeuSeenLand Musik e.V.". „Mit der touristischen Erschließung des Leipziger Neuseenlandes verbindet sich zwangsläufig der Anspruch auf eine kulturelle Nutzung dieses einmaligen Ambientes", sagte er.

Musikproduzent René Möckel stellte das Programm vor: „Der erste Abend wird mit 'The Italien Tenors' ein Feuerwerk an italienischer Lebensfreude." Mirko Provini, Sabino Gaita und Evans Tonon gelänge mit viel Leidenschaft der Spagat zwischen Pop-Hits und hochkarätiger klassischer Interpretation, versprach Möckel, der die Arrangements für die Tenöre geschrieben hat.

Der zweite Abend steht unter dem Titel „Paris mon Amour". Sebastien Lemoine und Sopranistin Elke Kottmair werden Chansons von Charles Trenet, Edith Piaf, Jacques Brel, Gilbert Bécaud, Charles Aznavour und Patricia Kaas singen. Die große Begleitung übernimmt an beiden Themenabenden das LSO, die Moderation Evelyn Fischer. Sie ist aus Rundfunk und Fernsehen vielen bekannt.

„Am dritten Abend, der Klassik-Nacht, spielt das LSO die erste Geige", kündigte Rögner an. Ganz klassisch werde es im ersten Teil mit Ausschnitten aus Wagner-Opern, Werken von Puccini, Mascagni, Verdi und Delibes. Nach der Pause seien leichtere Stücke von Smetana, Offenbach, Dvorak, Kalman, Lehar, Brahms und Grieg geplant. Solisten sind die Mezzosopranistin Marie-Luise Dressen, der Tenor Michael Heim und die Sopranistin Ruth Ingeborg Ohlmann.

Krönender Abschluss des 1. Neuseenland Musikfestes soll der Familiensonntag, gestaltet vom Sorbischen Nationalensemble Bautzen, werden. Das hat Rögner einige Jahre geleitet und es ist auch eine Reminiszenz an den Schirmherrn des Musikfestes, Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Der Sorbe habe zugesagt, an einem Tag nach Zwenkau zu kommen, berichtete Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Für Kinder gibt es am Familiensonntag mit „Das listige Füchslein" ein interaktives Musical, eine heitere Instrumentenkunde „Von Dudelsack bis Tarakawa" und Schauschminken mit Maskenbildnerin Anne Haase.

Anders als bei den Abendveranstaltungen, die um 20.30 Uhr beginnen und im Vorverkauf 29, ermäßigt 24, im Paket 66 Euro kosten, ist am Familiensonntag der Eintritt von 11 bis 18 Uhr für alle frei. Möglich macht das die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig, die das Event mit 10 000 Euro unterstützt.

Tickets sind ab sofort in Zwenkau im Tourist-Kontor am Hafen und im Rathaus, in Böhlen im Kulturhaus, in Markkleeberg in der Touristinformation sowie in Leipzig bei Musik Oelsner und in der LVZ-Geschäftsstelle im Peterssteinweg zu haben.

Rögner hofft auf 2000 Besucher je Abend. Sitzen werden die vor der überdachten Bühne auf der Landzunge am Technischen Hafen, versorgt mit italienischen, französischen und deutschen Speisen von den Hafen-Gastronomen.

LVZ v.22.12.2016

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Herbert Ehme wird Ehrenbürger


Alt-Bürgermeister Herbert Ehme (CDU) wird Ehrenbürger der Stadt Zwenkau – der erste nach fast 100 Jahren. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend in öffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit, das heißt elf Ja- und drei Nein-Stimmen, beschlossen. Dagegen sprachen sich, wie schon im ersten, gescheiterten Anlauf 2011, die Freien Wähler aus.
Von Ulrike Witt

Zwenkau. Alt-Bürgermeister Herbert Ehme (CDU) wird Ehrenbürger der Stadt Zwenkau – der erste nach fast 100 Jahren. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend in öffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit, das heißt elf Ja- und drei Nein-Stimmen, beschlossen. Dagegen sprachen sich, wie schon im ersten, gescheiterten Anlauf 2011, die Freien Wähler aus.
„In den letzten 26 Jahren ist in Zwenkau unwahrscheinlich viel passiert. Das ist vor allem Herbert Ehmes Verdienst", begründete Alexander Wagner, CDU-Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister, den Antrag von CDU und Linke. Der heute 75-Jährige habe während seiner Amtszeit von 1990 bis 2008 mit Leidenschaft und unermüdlichem Einsatz eine strikt auf das Wohl der Stadt ausgerichtete Sachpolitik betrieben.

„Seinen Visionen und seinem über jedes erwartbare Maß weit hinausgehendem Engagement ist es zu verdanken, dass die Bürger Zwenkaus heute wieder mit Stolz und Freude hier leben können", erklärte Wagner. Ehme sei als Stadtoberhaupt Vordenker und Organisator gewesen. Ihm seien Erfolge wie der Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung nach der Wende, die Ansiedlung von drei Gewerbegebieten mit etwa 2000 Arbeitsplätzen und das Aufblühen des Vereinslebens zuzuschreiben.

Untrennbar sei sein Name vor allem mit dem Auslaufen des Tagebaus Zwenkau verbunden: Herbert Ehme habe die Blockade „Stopp den Tagebau" im Februar 1993 an der B 186 initiiert, für die Überführung in einen Sanierungstagebau gekämpft. Später mit den Denk-Architekten Andreas Hipp und Rüdiger Renno den Masterplan für den heutigen Zwenkauer See entwickelt und 2008, ein Jahr nach Flutungsbeginn, mit ihnen die MS „Santa Barbara" nach Zwenkau geholt.

„Und auch heute, lange nach dem Ende seiner Amtszeit, engagiert er sich noch für die Weiterentwicklung unserer Stadt", betonte Wagner. So sei Ehme Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Zwenkauer See, Ehrenpräsident des VfB Zwenkau 02, Ehrenmitglied im Radfahrer-Verein, Mitglied der SG Germania und des Heimat- und Museumsvereins und nicht zuletzt noch immer als Kreisrat aktiv.

„Unbestritten ist, dass Herbert Ehme in seiner Tätigkeit als Bürgermeister zur positiven Entwicklung der Stadt Zwenkau beigetragen hat. Aber auch, wenn dies im Vergleich zu Nachbarkommunen über das Maß hinausging, gehörte das nach unserem Verständnis zu den ureigensten Aufgaben eines Bürgermeisters", sagte Uwe Penz, Stadtrat der Freien Wähler und Vorsitzender der Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Zwenkau".

Bei der Bewertung von Ehmes Arbeit müssten auch die Dinge berücksichtigt werden, die zum Nachteil der Stadt gewesen seien, forderte Penz. Er führte den Verkauf aller kommunalen Wohnungen in den Neunzigern und die Aufnahme hoher Kredite, die Übergabe der städtischen Kitas in Freie Trägerschaft, eine „Pseudo-Gegenwehr" bei der Schließung der Mittelschule, die mangelnde Belebung der Innenstadt und den kompletten Ausverkauf der Flächen am Zwenkauer See ins Feld. „Private Investoren machen am See Millionengewinne, die Stadt geht leer aus", so der Hauptkritikpunkt der Freien Wähler.

„Das waren genau die Punkte, die schon vor fünf Jahren zur Ablehnung des Ehrenbürgerschaftsrechtes geführt haben. Umso verwunderlicher ist es für uns, dass Stadträte, die damals mit uns dagegen gestimmt haben, heute sogar als Mitantragsteller fungieren", sagte Penz und sprach damit indirekt die Fraktionsvorsitzende der Linken, Ursula Herrmuth, an.

„Herbert Ehme hat alles mit Herz und Verstand gemacht. Was er damit erreicht hat, sehen wir alle jeden Tag. Er hat die Ehrenbürgerschaft wirklich verdient", sagte Herrmuth. 2011 sei sie sich nicht sicher gewesen. „Inzwischen hat sich die Stadt ganz prächtig weiterentwickelt. Den Grundstein hat Herbert Ehme gelegt und das muss man einfach anerkennen", begründete sie ihren Sinneswandel.

„Ich bin sicher, dass die Verdienste von Herbert Ehme sehr wohl über das Maß der Selbstverständlichkeit hinausgehen. Als Bürgermeister kann ich das sagen. Ebenso, dass es für das Amt keine Stellenbeschreibung gibt", sagte Amtsnachfolger Holger Schulz (CDU). Ob immer jede Entscheidung richtig war, sei eine andere Sache. „Alle sind zu ihrer Zeit gefällt worden und alle haben Zwenkau zu dem gemacht, was es heute ist. Und sie wurden vom jeweiligen Stadtrat mitgetragen", betonte der Rathauschef.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolf-Dietrich Einicke erinnerte daran, dass Ehme Träger des Bundesverdienstordens ist. Seine Leistungen vom Bundespräsidenten geprüft und anerkannt worden seien. „Insofern verwundern mich die Ausführungen der Freien Wähler schon sehr", sagte Einicke.

Herbert Ehme erklärte gestern auf LVZ-Anfrage: „Die Auszeichnung erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit. Stolz, weil es etwas Besonderes ist und Dankbarkeit, weil ich die Geschicke der Stadt so lange lenken durfte und dabei von so vielen Menschen unterstützt worden bin." Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft und der Ehrenmedaille der Stadt Zwenkau sind am 13. Januar im Rahmen des Neujahrsempfangs vorgesehen.

LVZ v.22.12.2016

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Mit Erikenbrücke wird im Mai die Lücke zum Südraum geschlossen


Der Zweckverband Neue Harth – Mitglieder sind die Städte Leipzig und Zwenkau – hat die Weichen für zwei Projekte im Südraum gestellt: die Modernisierung der Belantis-Mautstelle samt Ausbau des Zubringers und den Nordanleger am Zwenkauer See. Auf gutem Weg ist bereits ein drittes Projekt, die Baustelle Erikenbrücke.
Von Ulrike Witt

Zwenkau/Leipzig. Der Zweckverband Neue Harth – Mitglieder sind die Städte Leipzig und Zwenkau – hat die Weichen für zwei Projekte im Südraum gestellt: die Modernisierung der Belantis-Mautstelle samt Ausbau des Zubringers und den Nordanleger am Zwenkauer See. Auf gutem Weg ist bereits ein drittes Projekt, die Baustelle Erikenbrücke.
„Die Mautstelle ist 15 Jahre alt, die Technik noch auf Chip-Basis. Hersteller Siemens bietet gar keinen Support mehr an", sagt Verbandsgeschäftsführer Heinrich Neu. Zudem seien die Bodenschleifen und die Asphaltdecke an den Schranken verschlissen. Bei Großveranstaltungen im Freizeitpark gelange das langsame Chip-System durch die Verteilung von einer auf vier Spuren an seine Grenzen. „Verstärkt wird das durch den Kreisverkehr: Fahrzeuge, die aus Richtung Göttingen von der A 38 kommen, haben Vorfahrt. Dadurch gibt es auf der Autobahn aus Richtung Dresden Rückstau", erklärt Neu. Abhilfe soll ein Bypass, eine zweite Spur im Kreisel, schaffen. Das hatten Verkehrsplaner empfohlen. Das Projekt kostet insgesamt 400 000 Euro, 250 000 Euro will der Zweckverband tragen, den anderen Teil die Event Park GmbH. „Wir sind bis zum Ablauf des Erbbaurechtes am Parkplatz 2027 zur Unterhaltung der Mautstelle verpflichtet. Die Abschreibungszeiträume sind aber unterschiedlich: Bei der Mautstelle sind es noch zehn, beim Bypass 25 Jahre. Belantis hat sich deshalb bereit erklärt, den Bypass zu übernehmen", so Neu. Die neue Mautstelle soll nach der Saison 2017 gebaut werden, die Planung im Juni vorliegen.

Am Nordufer des Zwenkauer Sees soll 2018 in Verlängerung der Fahrradbrücke von Belantis über die A 38 der lang angekündigte Schiffsanleger entstehen. „Wir hoffen, dass wir 2017 planen und im Jahr drauf bauen können", sagt Neu. Finanziert werden soll das Projekt mit Paragraf-4-Mitteln für die touristische Bergbaufolgesanierung vom Land. Im März 2016 sei mit Vorplanung und wasserrechtlicher Genehmigung der Fördermittelantrag beim Oberbergamt gestellt worden, berichtet Neu. Mit dem Nordanleger sollen Touristen den Stadthafen Zwenkau schon während des Harthkanal-Baus von Leipzig aus übers Wasser erreichen.

Fortgeschritten ist der Bau der Erikenbrücke in Hartmannsdorf. Mit dem 115 Meter langen und 3,75 Meter breiten Bauwerk über die Weiße Elster wird eine mit dem Tagebau in den 1970er Jahren geschaffene Lücke zwischen Leipzig und dem Südraum geschlossen. Fußgänger, Radler und Rettungsfahrzeuge haben bald kurze Wege. „Wir liegen voll im Zeit- und Kostenplan: Die Widerlager sind fertig, Pfeiler und Traggerüst für die Schalung des Überbaus stehen. Vielleicht bleiben wir sogar unter den geplanten 1,4 Millionen Euro", sagt Neu. 2017 stünden noch die Asphaltdecke, der Anbau des Geländers und der Anschluss ans Straßennetz an. „Ziel ist es, die Erikenbrücke nach einem Jahr Bauzeit bis Ende Mai zu übergeben." Den Bärenanteil trägt mit einer Million Euro das Land, darunter sind Bergbausanierungsmittel. 400 000 Euro gibt der Zweckverband dazu.

LVZ v.22.12.2016

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Vorentwurf für neues Wohngebiet am Zwenkauer See steht


Stadtrat gibt grünes Licht für Harthweide: 70 Grundstücke mit 100 Wohnheiten am Südwest-Ufer geplant
VON ULRIKE WITT

Zwenkau. Der Zwenkauer Stadtrat hat dem Vorentwurf für den Bebauungsplan Harthweide ohne Wenn und Aber zugestimmt. Wie berichtet, war im August der Aufstellungsbeschluss für das neue Wohngebiet am Südwest-Ufer des Zwenkauer Sees gefasst worden.
Inzwischen wurde das Plangebiet, das von der neuen Siedlung am Stadthafen bis zum Großdeubener Weg und von der Liebknechtstraße bis zum See reicht, geringfügig auf 12,5 Hektar erweitert. „Wegen der medientechnischen Erschließung ist es sinnvoll, den Geltungsbereich um den Großdeubener Weg und bis zur Goethestraße zu ziehen", erklärte Bauamtsleiterin Steffi Gebauer. Im Technischen Ausschuss war der Vorentwurf bereits am 29. November diskutiert und befürwortet worden.

Auf der Harthweide sind 70 Grundstücke mit insgesamt rund 100 Wohneinheiten geplant. Wie berichtet, hatte die Sächsische Seebad Zwenkau (SSZ) als Flächeneigentümer im Frühjahr drei Architekturbüros mit der Entwicklung eines städtebaulichen Konzeptes beauftragt. Jetzt werden die Vorstellungen im Zuge des B-Planverfahrens konkret.

„Es sind verschiedene Quartiere, die baulich ganz unterschiedlich gestaltet werden. Es wird Häuser am Hang geben, Bootshäuser, Geschosswohnungsbau mit vier Etagen und 16 Wohneinheiten, größere Baufenster mit Villen, und generationenübergreifendes Wohnen in den Höfen", erläuterte Gebauer. Angelehnt an das moderne Wohngebiet am Hafen, würden auch hier nur Flachdächer zugelassen. Hinzu kämen noch eine sogenannte Gemeinbedarfseinrichtung, ob Kita oder Seniorenheim ist noch offen, eine Parkanlage und ein Spielplatz.

Die verkehrliche Erschließung sei über den sechs Meter breiten, vom Tagebausanierer LMBV bereits angelegten Hauptweg vorgesehen, sagte Gebauer. Dieser werde bis zum Kap, der Großdeubener Weg bis zum Ufer verlängert, wo ein Bootsanleger und Gastronomie geplant sind. Stellplätze für Besucher sollen entlang des Großdeubener Weges eingerichtet werden. Oberhalb der Harthweide werde ein Panoramaweg Ausblicke auf den See bieten, nördlich Richtung Kap ein durchgängiger Weg durch die Siedlung zum Wasser führen, so Gebauer. „Dafür müssen aber noch Grundstücksfragen geklärt werden", betonte sie.

Der erste Entwurf des Bebauungsplanes Harthweide wird vom 23. Januar bis zum 6. Februar im Zwenkauer Rathaus ausliegen, parallel an die Träger öffentlicher Belange geschickt, die ihre Stellungnahmen abgeben können.

Das Interesse an den 70 Grundstücken auf der Harthweide ist schon jetzt riesig. „Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem", sagte gestern SSZ-Geschäftsführer Benedikt Kahlstadt.

LVZ v.21.12.2016

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Ticketverkauf für das 1. Neuseenland Musikfest gestartet


Klassik-Event steigt vom 29. Juni bis 2. Juli am Zwenkauer Hafen / Sparkassenstiftung spendiert 10 000 Euro
VON ULRIKE WITT

Zwenkau. Kurz vorm Weihnachtsfest startet jetzt der Kartenvorverkauf für das 1. Neuseenland Musikfest. Das findet vom 29. Juni bis 2. Juli 2017 am Zwenkauer Hafen statt (die LVZ berichtete) und soll das Sommer-Klassik-Event werden.
„Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins Scheitern", wischte Generalmusikdirektor Wolfgang Rögner gestern bei der Programmpräsentation charmant jeden Zweifel weg. Der Chefdirigent des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) hatte die Idee, ist inzwischen Vorsitzender des extra gegründeten Vereins „NeuSeenLand Musik". „Mit der touristischen Erschließung des Leipziger Neuseenlandes verbindet sich zwangsläufig der Anspruch auf eine kulturelle Nutzung dieses einmaligen Ambientes", sagte er.

Musikproduzent René Möckel stellte das Programm vor: „Der erste Abend wird mit ,The Italien Tenors' ein Feuerwerk an italienischer Lebensfreude." Mirko Provini, Sabino Gaita und Evans Tonon gelänge der Spagat zwischen Pop-Hits und hochkarätiger klassischer Interpretation, versprach Möckel, der die Arrangements für die Tenöre geschrieben hat.

Der zweite Abend steht unter dem Titel „Paris mon Amour". Sebastien Lemoine und Sopranistin Elke Kottmair werden Chansons von Charles Trenet, Edith Piaf, Jacques Brel, Gilbert Bécaud, Charles Aznavour und Patricia Kaas singen. Die große Begleitung übernimmt an beiden Themenabenden das LSO, die Moderation Evelyn Fischer. Sie ist aus Rundfunk und Fernsehen vielen bekannt.

„Am dritten Abend, der Klassik-Nacht, spielt das LSO die erste Geige", kündigte Rögner an. Ganz klassisch wird es im ersten Teil mit Ausschnitten aus Wagner-Opern, Werken von Puccini, Mascagni, Verdi und Delibes. Nach der Pause sind leichtere Stücke von Smetana, Offenbach, Dvorák, Kalman, Lehár, Brahms und Grieg geplant. Solisten sind Mezzosopranistin Marie-Luise Dressen, Tenor Michael Heim und Sopranistin Ruth Ingeborg Ohlmann.

Krönender Abschluss des 1. Neuseenland Musikfestes soll der Familiensonntag, gestaltet vom Sorbischen Nationalensemble Bautzen, werden. Das hat Rögner einige Jahre geleitet und es ist auch eine Reminiszenz an den Schirmherrn des Musikfestes, Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Der Sorbe habe zugesagt, an einem Tag nach Zwenkau zu kommen, berichtete Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Für Kinder gibt es am Familiensonntag mit „Das listige Füchslein" ein interaktives Musical, eine heitere Instrumentenkunde „Von Dudelsack bis Tarakawa" und Schauschminken mit Maskenbildnerin Anne Haase.

Anders als bei den Abendveranstaltungen, die um 20.30 Uhr beginnen und im Vorverkauf 29, ermäßigt 24, im Paket 66 Euro kosten, ist am Familiensonntag der Eintritt von 11 bis 18 Uhr für alle frei. Möglich macht das die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig, die das Event mit 10 000 Euro unterstützt. Tickets sind ab sofort in Zwenkau im Tourist-Kontor am Hafen und im Rathaus, in Böhlen im Kulturhaus, in Markkleeberg in der Touristinfo sowie in Leipzig bei Musik Oelsner und in der LVZ-Geschäftsstelle im Peterssteinweg zu haben.

Rögner hofft auf 2000 Besucher je Abend. Sitzen werden die vor der überdachten Bühne auf der Landzunge am Technischen Hafen, versorgt mit italienischen, französischen und deutschen Speisen von den Hafen-Gastronomen.

LVZ v.09.12.2016

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Stadtrat holt Beschlüsse vom September nach


Anteil Zwenkaus für Schulsozialarbeit steigt 2017
Zwenkau. Wegen der ausgefallenen Sitzung im September (die LVZ berichtete) musste der Stadtrat im Oktober nachsitzen: Jetzt ist es geschafft, die Vereinbarung zur anteiligen Finanzierung der Schulsozialarbeit im Jahr 2017 im Gymnasium Groitzsch und an den Oberschulen Groitzsch und Pegau steht. Seit Einführung der Schulsozialarbeit im Landkreis 2008 werden die Stellen (aktuell 1,75) von den Städten Groitzsch, Pegau und Zwenkau sowie den Gemeinden Neukieritzsch und Elstertrebnitz gemeinsam getragen. Denn sie alle schicken Schüler nach Groitzsch und Pegau. Allerdings steigt der Zwenkauer Anteil von ursprünglich geplanten 11 700 Euro auf rund 13 200 Euro. Als Gründe nannte Hauptamtsleiter Dirk Schewitzer den tariflichen Lohnzuwachs und die steigende Schülerzahl. Träger der Schulsozialarbeit ist die Diakonie Leipziger Land.

Nachgeholt wurde auch der Grundsatzbeschluss zur Erstellung einer Kanaldatenbank und Vermögensbewertung der Abwasseranlagen. Der Stadtrat hat das Ingenieurbüro Temann und Schöpe beauftragt. Anlass ist die Eröffnungsbilanz, die Zwenkau noch vorlegen muss. Wie Bauamtsleiterin Steffi Gebauer sagte, ist die Stadt Eigentümer der Abwasseranlagen. Für neue Anlagen lägen teil- oder abschnittweise digitale Bestandspläne vor. „Anders sieht es bei Altkanälen aus: Hier ist vieles in Papierform, oft genug in schlechter Qualität vorhanden", so Gebauer. Die Kanaldatenbank sei nicht nur für die Eröffnungsbilanz zwingend, sondern erleichtere künftig die Arbeit des Bauamtes. Freigegeben wurden rund 84 758 Euro, die durch Mehreinnahmen aus Gewerbesteuern gedeckt seien, versicherte Kämmerin Antje Bendrien.

LVZ v.05.11.2016

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Zwenkauer See: Mastergestattung bis 2020 verlängert


Zwenkau. Der Landkreis hat die Mastergestattung für den Zwenkauer See schon jetzt bis 31. Mai 2020 verlängert. Damit ist die Nutzung des 970 Hektar großen Tagebaufolgegewässers weiter gesichert.

Wie Kreis-Sprecherin Brigitte Laux gestern mitteilte, hatte die Stadt Zwenkau den Antrag gestellt, da die Landesdirektion die sogenannte Erklärung der Fertigstellung als Basis für die Schiffbarkeit nicht rechtsverbindlich bis Anfang Juni 2017 garantieren könne. Die Nutzung des Sees war bei der Freigabe im Frühjahr 2015 bis 31. Mai 2017 befristet worden. Mit der Gestattung sollte die Zeit bis zur Schiffbarkeit überbrückt werden.

„Inhaltlich gibt es keine Änderung, die Nutzung ist weiter auf maximal 320 motorgetriebene Boote für Erholungszwecke beschränkt. Sollte der See vor 2020 für schiffbar erklärt werden, erlischt diese Gestattung“, so Laux. uw

LVZ v.03.11.2016

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Gebiet um Pestalozzistraße wird auf LED-Technik umgestellt


Blockheizkraftwerk soll Straßenbeleuchtung speisen

Zwenkau. Wer künftig nachts in der Stadt Zwenkau unterwegs ist, dem werden energiesparende LED-Straßenleuchten den Weg erhellen. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung dafür überplanmäßig 15 000 Euro frei gegeben, 75 Prozent davon stammen aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“. Ursprünglich sollte mit der Summe die neue Straßenbeleuchtung im Bereich Döhlen im Ortsteil Rüssen-Kleinstorkwitz finanziert werden. Da inzwischen klar ist, dass die Maßnahme über die Hochwasserschadenrichtlinie 2013 abgerechnet werden kann, soll nun das Stadtgebiet Zwenkau profitieren. Umgerüstet wird zuerst das Stadtumbau-Ost-Gebiet rund um die Pestalozzistraße.

„Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung in diesem Bereich steht in direktem Zusammenhang mit dem im Schulzentrum Pestalozzistraße geplanten Blockheizkraftwerk. Das soll künftig nachts den Strom für die Straßenbeleuchtung liefern“, erklärte Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Fördermittel für den Bau des Blockheizkraftwerkes seien ebenfalls über das Sächsische Investitionskraftstärkungsgesetz, Budget „Bund“, beantragt worden. Im November werde der Stadtrat über die Vergabe des Projektes entscheiden, kündigte Schulz an.

Perspektivisch sollen die ganze Stadt und die Ortsteile mit LED-Technik ausgerüstet werden. Wie’s geht, macht seit Jahren Markkleeberg vor: Die Große Kreisstadt hat bereits 30 Prozent ihrer Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt.uw

LVZ v.27.10.2016

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Freie Wähler verlieren im Stadtrat an Einfluss


Zwenkau. Vor zweieinhalb Jahren wollten die Freien Wähler, unterstützt von der SPD, noch die CDU-Mehrheit brechen. Jetzt haben sie im Stadtrat kaum noch Einfluss. Das wurde in der jüngsten Sitzung deutlich, als die Fraktion „Gemeinsam für Zwenkau" mit ihrem Antrag, die Zahl der Mitglieder in den beiden beschließenden Ausschüssen von acht auf sieben zu reduzieren, scheiterte.
Wie Hauptamtsleiter Dirk Schewitzer erklärte, sind durch das Ausscheiden der SPD-Stadträte Harald Redepenning (2015) und Werner Heuer (2016) je zwei Plätze (Haupt- und Stellvertreter) im Verwaltungs- und im Technischen Ausschuss unbesetzt. Einfach reduziert werden könne die Mitgliederzahl deswegen nicht, dafür müsse die Hauptsatzung geändert werden – ein aufwendiges Verfahren.

„Wenn die Sitzzahl unverändert bleibt, würde die CDU einen weiteren Sitz in den Ausschüssen erhalten, was die Verhältnisse im Stadtrat nicht widerspiegelt", sagte Uwe Penz von den Freien Wählern. Seine Fraktion war in der Sitzung nur mit zwei Mann vertreten. Vollständig ist die fünfköpfige Fraktion zuletzt im Frühjahr aufgetreten. Die Chance, eigene Anträge durchzubringen, ist damit weiter gesunken. Von aktuell 16 Räten gehören neun der CDU-Fraktion an, zwei der Fraktion der Linken. Hinzu kommt die CDU-Stimme von Bürgermeister Holger Schulz.

„Wir haben nicht das Ausscheiden der SPD verschuldet. Für zwei Jahre die Besetzung der Ausschüsse zu ändern, halten wir nicht für sinnvoll. Es wurde bisher ordentliche Arbeit geleistet und das Prozedere wäre extrem aufwendig, die Neubesetzung der Ausschüsse frühestens im März möglich", meinte Alexander Wagner von der CDU. Mit acht Nein-, zwei Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde der Antrag abgelehnt. Ulrike Witt

LVZ v.28.10.2016

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Freizeitpark Belantis fährt 2016 Besucherrekord ein


Über 600 000 Gäste und neun Prozent Umsatzplus / Ab 2019 will Erwin Linnenbach auch im Winter öffnen
VON ULRIKE WITT

Zwenkau/Leipzig. Rekordergebnis für den Freizeitpark Belantis: In der Saison 2016 kamen mehr als 600 000 Besucher ins Abenteuerreich an der A 38 – so viel wie noch nie seit der Eröffnung 2003. Mit 11,7 Millionen Euro wurde zudem gegenüber 2015 ein Umsatzplus von neun Prozent eingefahren. Im Vergleich zu 2013 steigerte Belantis den Umsatz nach eigenen Angaben sogar um über 30 Prozent.
„Wir sind noch attraktiver für Familien geworden. Das spiegelt sich in der Vervierfachung der verkauften Dauerkarten und der erfolgreichen Umsatzentwicklung wider", erklärt Geschäftsführer Erwin Linnenbach kurz vor Saisonende. Einen wesentlichen Faktor für den Erfolg sieht er in der Einführung von Onlinetickets zum Saisonstart 2016. Mittlerweile machten die 30 Prozent des Umsatzes aus.

Auch innerhalb der Branche konnte Linnenbach, der seit 2014 Geschäftsführer ist, punkten: Ende April wurde Belantis vom Fachportal Themenpark.de zum drittbesten Familienfreizeitpark Deutschlands gewählt. Im September kam er von der Euro Attractions Show in Barcelona, der größten europäischen Branchenmesse, mit dem 5. Platz unter den besten Freizeitparks in der Kategorie bis eine Million Besucher pro Jahr zurück. Und die Zeitschrift Testbild zeichnete Belantis mit dem 3. Platz für die Service-Qualität aus. Für die Zukunft sieht Linnenbach noch viel Potenzial. Er will mehr Besucher aus anderen Bundesländern und Osteuropa locken. „Bereits jetzt werden 20 Prozent unserer Online-Buchungen aus dem Berliner Raum getätigt. Darauf lässt sich genauso aufbauen wie auf der großen Zahl an Besuchern aus Polen und Tschechien", meint er. Prag sei durch die neue Autobahn in knapp zwei Stunden erreichbar: „Das ist ein großes Plus für uns."

In der nächsten Saison, die am 8. April beginnt, will Linnenbach die Besucher mit einer neuen Familienattraktion überraschen, in zwei bis drei Jahren Belantis dann auch im Winter öffnen. „Es gab schon ein erstes Gespräch mit unserem Parkarchitekten Rüdiger Renno. Ich freue mich auf seine Ideen", so Linnenbach.

Jetzt hofft er, den Besucherrekord durch ein erfolgreiches Halloween-Wochenende noch ausbauen zu können. Bis Montag warten täglich von 10 bis 20 Uhr Shows und Feuerwerk. Angesichts der bundesweiten Überfälle von Horror-Clowns hat Linnenbach auf seinem Gelände Clownskostüme verboten, mehr Security-Kräfte und stichprobenartige Taschenkontrollen angekündigt (die LVZ berichtete). „Wir möchten verhindern, dass Trittbrettfahrer die schöne Atmosphäre mutwillig zerstören und Angst unter den Besuchern verbreiten."

LVZ v.29.10.2016

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Zwenkau muss bauen – sonst fehlen 180 Kita-Plätze bis 2020


Stadtrat: CDU/Linke-Antrag legt neue Bedarfsplanung offen / Präsentation der Zahlen im November
VON ULRIKE WITT
Zwenkau. Für Irritation hat im Stadtrat der Antrag von CDU und Linke gesorgt, in Zwenkau eine multilinguale Kindertagesstätte in freier Trägerschaft mit 75 Plätzen zu schaffen (die LVZ berichtete).

„Unsere Kindertagesstätten in Zwenkau und den Ortsteilen sind aktuell zu 99 Prozent ausgelastet und die Einwohnerzahl wächst weiter – laut Bevölkerungsprognose um zweieinhalb bis sechs Prozent, und das sind konservative Schätzungen", begründete der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolf-Dietrich Einicke den Antrag. Er wisse vom Geschäftsführer der Sächsischen Seebad Zwenkau (SSZ), Andreas Schmidt, dass es für das geplante neue Wohngebiet „Harthweide" am Südostufer des Zwenkauer Sees schon jetzt mehr als 100 Kaufinteressenten für 75 Grundstücke gibt. Dabei steht noch nicht mal der Bebauungsplan.

„Das sind alles junge Familien, die Kita-Plätze brauchen und einen Anspruch darauf haben. Wenn wir den nicht erfüllen können, haftet die Kommune. Das hat der Bundesgerichtshof ja gerade erst bestätigt", mahnte Einicke. Außerdem sei es wichtig, den Nachwuchs für den Lebensweg zu wappnen. „Wir leben im mitteldeutschen Chemiedreieck. Hier gibt es große Unternehmen wie Dow, die internationale Fachkräfte anziehen. Aber nur, wenn das Umfeld stimmt: Die Eltern wollen heute, dass ihre Kinder mehrsprachig aufwachsen", sagte Einicke, selbst Chemie-Professor an der Universität Leipzig.

„Ist im Rathaus nicht bekannt, dass die Kita-Plätze in Zwenkau nicht ausreichen, oder warum muss die CDU-Fraktion so einen Antrag stellen?", wollte Werner Weihmann von den Freien Wählern wissen. Bürgermeister Holger Schulz (CDU) erklärte daraufhin, dass sich der CDU-Ortsverband bei seinem öffentlichen Stammtisch im September den Kita-Bedarfsplan von Stadt und Kreis hat präsentieren lassen. Aus diesem gehe hervor, dass die Plätze nicht nur knapp sind, sondern in drei bis vier Jahren etwa 180 fehlen werden. Nur wurden die Zahlen, wie die Freien Wähler kritisierten, bislang so noch nicht dem Stadtrat vorgestellt.

„Wir verstehen den Antrag als Auftrag an die Verwaltung zu prüfen, ob eine neu zu errichtende Kita mit einem multilingualen Konzept betrieben werden kann. Es geht nicht um einen Antrag, eine neue Einrichtung zu bauen, sondern erst mal um die inhaltliche Ausrichtung", so Hauptamtsleiter Dirk Schewitzer. Weihmanns Vorschlag, beides zu trennen, wurde von CDU und Linke abgelehnt, deren Antrag schließlich bei zwei Enthaltungen der beiden anwesenden Freien Wähler einstimmig angenommen.

In der November-Sitzung will die Stadtverwaltung nun, wie Schewitzer gestern auf Anfrage bestätigte, die Zahlen detailliert öffentlich vorlegen.

LVZ v.02.11.2016

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Klassik und Pop am Zwenkauer Hafen


Premiere: 1. Neuseenland-Musikfest steigt im Sommer 2017 / LSO-Chefdirigent Wolfgang Rögner präsentiert das Programm
VON ULRIKE WITT

Zwenkau. Bislang ist der Zwenkauer See vor allem für Sportevents bekannt. Das soll sich ändern. Mit dem 1. Neuseenland-Musikfest wird im Sommer 2017 die Hochkultur am Stadthafen Einzug halten – und das unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

„Ich bin vergangenes Jahr um den See gewandert und dachte, hier könnte noch was passieren“, erzählt Wolfgang Rögner, seit 2015 Chefdirigent des Leipziger Symphonieorchesters (LSO). Ein Musikfestival schwebte ihm vor. „Natürlich am Hafen. Das ist für mich der einzige Platz, wo das Sinn macht“, meint er. Beim Leipziger Musikproduzenten René Möckel fand er offene Ohren und bei Bürgermeister Holger Schulz (CDU) rannten beide offene Türen ein. „Das passt ganz wunderbar. Mit dem Gedanken, Hochkultur nach Zwenkau zu holen, beschäftige ich mich schon lange. Zu unseren Plänen für die Seeentwicklung gehört ja auch eine mobile Seebühne“, erklärt Schulz.

Inzwischen hat Rögner mit Andreas Schmidt, Geschäftsführer der Sächsischen Seebad Zwenkau, Neu-Zwenkauerin Maria Monika Groß, ehemalige Mitarbeiterin am Mittelsächsischen Theater, und Rechtsanwalt Wolfram Werner weitere Mitstreiter ins Boot geholt und den Neuseenland-Musik e.V. gegründet. Jetzt präsentieren sie alle gemeinsam das Programm für die erste Auflage des Neuseenland-Musikfestes, das vom 29. Juni bis zum 2. Juli 2017 stattfinden wird.

„Viva Italia“ heißt es am ersten Abend, gestaltet wird das Konzert von „The Italien Tenors“. „Das sind Mirko Provini, Sabino Gaita und Evans Tonon – drei junge, sehr erfolgreiche Tenöre, die mit ganz wunderbaren Arrangements einen populären Musikmix bieten“, sagt Rögner.

Von Zwenkau in die Stadt der Liebe geht es am zweiten Abend. Der vielversprechende Titel lautet „Paris mon amour“. Bariton Sébastien Lemoine und Sopranistin Elke Kottmair singen Klassik und Pop. „Das wird optisch und stimmlich ein Genuss“, ist Rögner überzeugt. Die Begleitung übernimmt an beiden Abenden das LSO, die Moderation Evelyn Fischer vom MDR.

Am dritten, dem „Klassikabend am Kap“, steht das LSO selbst im Mittelpunkt. Unter Leitung von Rögner werden beliebte Melodien aus Oper und Operette von Mozart, Dvorák, Verdi, Puccini, Kálmán, Offenbach und anderen erklingen. „Für die Solopartien haben wir mit Sopranistin Ruth Ohlmann, Mezzo-Sopranistin Marie-Luise Dressen und Tenor Michael Heim drei Nachwuchssänger aus Sachsen gewonnen“, verrät Rögner.

Für den vierten Musikfest-Tag hat sich der Maestro etwas besonderes einfallen lassen: „In der Hoffnung, dass wir an den ersten drei Abenden mit den Eintrittsgeldern einen Überschuss erwirtschaften, laden wir am Sonntag zu einem kostenfreien Familientag mit Musik, Spiel und Spaß ein.“ Das Sorbische National-Ensemble, dessen Intendant Rögner von 2002 bis 2010 war, kommt nach Zwenkau und wird zweimal ein Kindermusical aufführen, dem Nachwuchs alte und neue Instrumente nahebringen. Eröffnet wird der Familiensonntag um 11 Uhr mit einem Gottesdienst am Hafen.

Der Kartenvorverkauf für das 1. Neuseenland-Musikfest beginne noch vor Weihnachten, versichert Rögner. Die Tickets für die ersten drei Konzertabende kosten jeweils 25, ermäßigt 20 Euro, an der Abendkasse 28 Euro. Rögner freut sich, dass er Ministerpräsident Tillich als Schirmherrn gewinnen konnte. Und noch etwas macht ihn stolz: Das „darauf haben wir schon lange gewartet“ von Sandra Brandt, Geschäftsführerin des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland. „Nach menschlichem Ermessen dürfte, was die Organisation anbelangt, nichts mehr schiefgehen. Die Künstler und die dreiseitig geschlossene Bühne sind vertraglich gebunden. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen“, sagt Rögner.

LVZ v.20.10.2016

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Harthkanal: Tagebausanierer sorgt für stabilen Untergrund


Bauten sollen Setzungen an Schleuse und Hochwassertor minimieren – das kostet rund 450 000 Euro
VON ULRIKE WITT

Zwenkau/Markkleeberg. Der nächste Schritt für den Harthkanal steht an: Für die geplante, rund 790 Meter lange schiffbare Gewässerverbindung zwischen dem Cospudener und dem Zwenkauer See beginnen in dieser Woche weitere Vorarbeiten. An den künftigen Standorten des Schleusenbauwerkes am Südufer des Cospudener Sees und des Hochwasserschutzbauwerkes am Nordufer des Zwenkauer Sees werden zur Stabilisierung des Baugrundes sogenannte Auflastschüttungen vorgenommen.
„Mit den Erdbauwerken sollen mögliche spätere Bauwerkssetzungen minimiert werden", erklärte der Sprecher des Tagebausanierers Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV), Uwe Steinhuber. Die Arbeiten würden voraussichtlich bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen. Danach schließe sich für das einstige Kippengelände eine einjährige Ruhephase an, kündigte Steinhuber an.

„Für die Auflastschüttungen werden circa 35 000 Kubikmeter mineralischer Baustoffgemische verwendet. Sie bestehen vorwiegend aus den Überschussmassen der bis Anfang 2016 durchgeführten Baugrundvergütung, dem Abtrag des Zwischenlagers am Großdeubener Weg und zu lieferndem Kies", erläuterte Steinhuber. Ausgeführt würden die Bauleistungen von der in Schkeuditz ansässigen Strabag AG Direktion Sachsen/Thüringen. Die Finanzierung laufe über Paragraf 2 und 4 – Grund- und touristische Folgesanierung – des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. „Die Kosten für diesen Bauabschnitt betragen rund 450 000 Euro", so Steinhuber.

Der Cospudener See-Rundweg sei ohne Einschränkungen während der Baumaßnahme nutzbar. Die Wege in der Neuen Harth seien zum Betreten und Befahren noch nicht freigegeben, würden aber dennoch genutzt, so Steinhuber. Während der Auflastschüttungen erfolge deshalb eine teilweise Sperrung vorhandener Wegbereiche. Umleitungen seien ausgeschildert. Die LMBV und das Sächsische Oberbergamt fordern alle Besucher auf, die Absperrungen einschließlich Befahr- und Betretungsverboten unbedingt zu beachten. „Das Benutzen aller gekennzeichneten Wege erfolgt auf eigene Gefahr", betonte Steinhuber.

Der eigentliche Bau des Harthkanals soll, wie berichtet, Anfang/Mitte 2018 starten. Aktuell läuft bei der Landesdirektion das Plangenehmigungsverfahren.

LVZ v. 18.10.2016

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Heimatverein braucht weiter Spenden für Ausbau der Lindenallee


Zwenkauer haben schon 50 000 Euro in historische Anlage gesteckt / Neuer Aussichtspunkt am See geplant
VON ULRIKE WITT

Zwenkau. Im Januar 2017 feiert der Heimat- und Museumsverein Zwenkau und Umgebung sein 25-jähriges Bestehen. Die aktuell 46 Mitglieder sind weit mehr als Chronisten: „Sie sind Berater, Forscher und Wegbereiter", wie Bürgermeister Holger Schulz (CDU) sagt, und sie haben so manchen Impuls für die Entwicklung der Stadt gegeben.
„Unser größtes Projekt ist die Wiederherstellung, der Erhalt und die Verlängerung der historischen Lindenallee bis zum Ufer des Zwenkauer Sees", erklärt Vereinsvorsitzende Bärbel Fraunholz. Im 18. Jahrhundert als Sichtachse zum Eythraer Schloss angelegt, verlor sie mit dem tagebaubedingten Abriss des Rittergutes Eythra und der Zerstörung des Dorfes Ende der Siebziger-/Anfang der Achtzigerjahre an Bedeutung.

Mit der Sanierung und dem Wiederaufstellen der 1790 als gestaltendes Parkelement im Eythraer Schlosspark errichteten Tempelruine Trianon machte der Heimatverein 2002 den ersten Schritt, rückte die fast vergessene vierreihige Lindenallee wieder ins öffentliche Interesse. Seither ist viel passiert. „Rund 50 000 Euro haben wir dank vieler Spenden bislang investieren können", erzählt Fraunholz bei einem der vielen Arbeitseinsätze im Eichholz.

Diesmal wird das Areal rund um das Trianon von Unkraut befreit und die Lindenallee mit Hacken und Astscheren winterfein gemacht. „Der Arbeitseinsatz ist gleichzeitig unser erster Stammtisch. Wir wollen künftig in unregelmäßigen Abständen ganz unabhängig von unseren Mitgliederversammlungen Neues besprechen und dabei nützlich sein", erklärt Fraunholz.

Und da ist noch viel zu tun: Von der ursprünglich 650 Meter langen Lindenallee haben 400 Meter den Tagebau Zwenkau überlebt und sind in der Pflege des Heimatvereins. „Die Bäume sind teilweise 200 bis 250 Jahre alt. Da müssen regelmäßig welche ersetzt werden", sagt Fraunholz. Erst einmal urbar gemacht werden müssen hingegen die rund 100 Meter zwischen See-Rundweg und Ufer.

„An dem Stück sind wir erst seit 2014 dran und das können wir auch nicht allein. Dafür brauchen wir große Maschinen und die Hilfe der Mibrag und der Stadt", erläutert Fraunholz. Und natürlich die Unterstützung von Spendern. „Jeder Cent zählt", betont die Vereinsvorsitzende und zeigt stolz die lange Spenderliste auf einer Schautafel unweit des Trianons.

Ganz oben steht die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig, die die Zwenkauer im vergangenen Jahr allein mit 10 000 Euro unterstützte. Zu finden sind aber auch viele private Spender, darunter Brautpaare, die sich im Sommer gern das Ja-Wort am Trianon geben und ihrer Liebe mit einer Linde ein grünes Denkmal setzen.

Langfristig will der Heimatverein mit der Stadt am seeseitigen Ende der Lindenallee einen Aussichtspunkt schaffen. „Vielleicht eine Terrasse mit Gastronomie", träumt Fraunholz. Doch das ist Zukunftsmusik. Bis dahin hofft der Verein weiter auf Spenden und fleißige Hände. Interessierte können sich per E-Mail an info@heimatverein-zwenkau.de oder unter Tel. 034203 447230 melden.
LVZ v. 19.10.2016

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Freies Gymnasium: Stolz auf zehn Jahre


Zwenkau. Vor zehn Jahren nahmen das Freie Gymnasium und der Regenbogenhort – beides in Trägerschaft der Deutschen Privaten Finanzakademie (DPFA) – im Schulzentrum den Betrieb auf. In einer Feierstunde erinnerten die Akteure von damals und heute an die Anfänge.
„Es gab viele Skeptiker und Kritiker, eine private weiterführende Schule zu etablieren, war nicht einfach", erinnerte Alt-Bürgermeister Herbert Ehme. Begonnen hatte alles 2004 mit der Ankündigung des Mitwirkungsentzuges für die Mittelschule durch die Sächsische Bildungsagentur. Ehme kämpfte an allen Fronten, zog erfolglos vor Gericht und fand mit Professor Clauß Dietz von der DPFA eine private Alternative. Mit einer fünften Klasse und 25 Schülern startete im September 2006 das Freie Gymnasium in den Räumen der Mittelschule, die sechs Wochen zuvor geschlossen worden war.

Heute lernen 372 Schüler zweizügig im Freien Gymnasium, werden im Regenbogenhort 200 Grundschüler betreut. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren mehr als sieben Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung des Schulzentrums gesteckt. „Keine Frage, das war 2006 die richtige Entscheidung", sagte Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Der Erfolg – die ersten drei Abi-Jahrgänge haben überdurchschnittlich gut abgeschnitten – sei Ansporn für die Zukunft, das durchgängige Konzept für Gymnasium und Oberschule angesichts der stetig wachsenden Stadt noch immer Ziel.

„Wenn ich die glücklichen Kinderaugen und das moderne Schulzentrum sehe, bin ich mit großer Genugtuung und Stolz erfüllt. Man sieht aber auch, wie unsinnig die damalige Schulpolitik war", betonte Alt-Bürgermeister Ehme.Ulrike Witt

LVZ v.06.09.2016